

Vortrag von Daniel Bocheneck, Institut für Klassische Archäologie, Universität Erlangen
"Weh mir, ich glaube, ich werde zum Gott!" soll Vespasian, als er dem Tod bereits nahe war, gewitzelt haben. Er wusste, was ihm bevorstand; er war schließlich nicht der erste römische Kaiser, der nach seinem Tod vergöttlicht wurde: Zu diesem Zweck wurde üblicherweise ein Scheiterhaufen errichtet; darauf wurde der tote Kaiser aufgebahrt, dann wurde das Holz entzündet, und schließlich sollte ein Adler in die Lüfte steigen und so allen umstehenden Beobachtern zeigen, dass die Seele des Verstorbenen nunmehr Aufnahme unter die Götter fand...

Szenische Kaiserporträts von Sigi Wekerle, Thomas Herr und Stefanie D. Kuschill
12 Büsten - 12 Caesaren - 12 bedeutende Viten, inklusive aller dunkler Geheimnisse und schmutziger Presse.
Das Dutzend Kaiser, von Julius bis Domitian, wird vor Ihren Augen lebendig. Es wird erzählt und gesungen über Politik, Macht, Überfluss, über Tricks und Ticks im alltäglichen Caesarengeschäft, zu erringender Göttlichkeit, Genialität und Wahnsinn, über heilige Hühner, Orakel - und auch die etwas anrüchigen Kapitel und gewaltsamen wie mysteriösen Todesfälle werden von der suetonischen Redaktion nicht ausgelassen. Bilden Sie sich Ihre Meinung! Vorhang auf für den großen Kaiser- Zirkus: die Spiele mögen beginnen!

Vortrag von Lars Hochreuther M.A., Institut für Klassische Archäologie, Universität Erlangen
Ein Streifzug durch die Werke antiker Autoren auf der Suche nach allerlei Kuriosem und Frivolem. Caesar als Frauenheld, eitler Aristokrat, Freund des Volkes - ein Lebemann in Geldnöten, der sich mehr um das Weltreich oder sein schütteres Haupthaar sorgte?

Die "Metamorphosen" von Ovid sind ein Gewebe aus roten und Schicksalsfäden, das uns Menschen im Wachen wie im Schlafen umfängt, sich immer wieder zu neuen Bildern von menschlichem und göttlichem Schicksal formt, und das von fortwährender Verwandlung spricht, die niemals endet, von Stein zu Schlange zu Baum zu Mensch zu Vogel zu Stern.
Der Geschichtenerzähler Martin Ellrodt hat die atmosphärischen und kunsthistorischen Eigenheiten des Tucherschlosses unter die Lupe genommen und eine kleine passende Auswahl zusammengestellt.

Vortrag von Dr. Daniela Ziegler, Institut für Klassische Archäologie, Universität Erlangen
Die politischen Geschehnisse nach dem Tod Caesars, die schließlich zur alleinigen Herrschaft des Oktavian-Augustus und zur Einrichtung des Prinzipats führten, gehören mit zu den spannensten Episoden der römischen Geschichte. Die Errungenschaften der Pax Romana fanden ihren Ausdruck nicht zuletzt auch im Bereich des Bauwesens und der Kunst und prägten somit das Antlitz Roms aufs Nachhaltigste. Einige Bauten wie etwa die Ara Pacis oder das Augustus-Forum sind heute noch beeindruckende Zeugnisse augusteischer Ideologie.

Das Institut für Klassische Archäologie serviert kulinarische Köstlichkeiten aus dem antiken Rom, gewürzt mit kleinen Lesungen aus dem "Gastmahl bei Trimalchio".

Vortrag des Nürnberger Filmwissenschaftlers und Journalisten Herbert Heinzelmann, begleitet und untermalt von Filmausschnitten.
Seinen frühesten Auftritt auf der Kinoleinwand dürfte Julius Caesar im Jahr 1903 gehabt haben. Da wurde der erste Cleopatra-Film gedreht. Und nachdem Nero in der "Quo vadis"-Verfilmung von 1912 die Sandalen für die Kamera getragen hatte, wurde unter der Bezeichnung "Sandalenfilm" eine neue Film-Gattung ausgerufen. Seitdem sind viele römische Kaiser zu Kino-Helden geworden, grausam, grandios oder grotesk. Bis hinein in die aktuellen History-Soaps des Fernsehens ist es ein aufregendes Erlebnis, ihnen zu begegnen.

Vortrag von Ulrich Weickhmann M.A., Institut für Klassische Archäologie, Universität Erlangen
Der in Archäologenkreisen bisweilen scherzhaft als Quadratschädel bezeichnete Begründer der flavischen Dynastie, Titus Flavius Vespasianus, gilt als eine der imposantesten und vielschichtigsten Persönlichkeiten der römischen Historie. So steht sein Name etwa für die Wiederherstellung der res publica, große militärische Erfolge, rege Bautätigkeit oder die (auch damals aktuelle) Meisterung von Finanzkrisen. Dabei charakterisieren die Quellen Vespasian einerseits als herausragenden Staatsmann, andererseits als menschlichen und bisweilen gar skurrilen Imperator, der auch imstande war, über sich selbst zu lachen.

Vortrag von Christiane Müller M.A., Institut für Klassische Archäologie, Universität Erlangen
Nicht jeder Kaiser schaffte es, kurz vor seinem Tod einen solch sinnträchtigen Satz zu beenden wie Nero, der immerhin noch seine eigenen Leistungen als Künstler rühmen konnte. Die Reihe der ermordeten römischen Kaiser allerdings ist lang, und nicht selten gingen die Mörder mit großem Einfallsreichtum ans Werk. Der Vortrag wirft einen Blick auf politische Ränkespiele und Mordkomplotte im römischen Kaiserhaus und ihren oft tödlichen Ausgang.

Die Blaue Nacht im Museum Tucherschloss und Hirsvogelsaal

Sabine Hirsvogel, die historische Hausherrin des Hirsvogelanwesens, lädt in ihren berühmten Saal ein, um wohlschmeckende Kreationen ihres selbst verfassten Kochbuches vorzustellen - zubereitet und serviert von ihren Lieblingsköchen der Cateringfirma "elParadiso".

Vortrag von Herbert Heinzelmann mit Lesungen des Schauspielers Thomas Herr
Am sinnlichsten erfahren wir Geschichte durch Geschichten. Nur durch Erzählungen bleiben die römischen Kaiser außer als Objekte des Geschichtsunterrichts und der wissenschaftlichen Forschung in den Köpfen präsent. Schon Sueton hat ihre Lebensläufe als perfekten Erzählstoff begriffen. Vom 18. bis 21. Jahrhundert haben sich zahlreiche Schriftsteller aus seinen Biografien bedient und die Kaiser zu literarisch leuchtenden Figuren gemacht. Selbstverständlich lässt sich auch die Erzählform der Comics diesen Stoff nicht entgehen - und das nicht nur bei "Asterix".

Vortrag von Dr. Martin Boss, Institut für Klassische Archäologie, Universität Erlangen
Tiberius gilt häufig als der ein wenig farblose Nachfolger des Augustus, von dem es wenig Glorreiches zu vermelden gibt. Dafür sind über ihn jede Menge Klatsch und Tratsch im Umlauf, üble Nachrede über allerlei Ausschweifungen, die schon zu Zeiten der Römer von seinen politischen Gegnern in Umlauf gesetzt worden war. Die protzige Villa des Tiberius, die weithin sichtbar bis heute über Capri thront, scheint dabei alle Vorurteile über diesen Kaiser zu bestätigen.

Szenische Kaiserporträts von Sigi Wekerle, Thomas Herr und Stefanie D. Kuschill
12 Büsten - 12 Caesaren - 12 bedeutende Viten, inklusive aller dunkler Geheimnisse und schmutziger Presse.
Das Dutzend Kaiser, von Julius bis Domitian, wird vor Ihren Augen lebendig. Es wird erzählt und gesungen über Politik, Macht, Überfluss, über Tricks und Ticks im alltäglichen Caesarengeschäft, zu erringender Göttlichkeit, Genialität und Wahnsinn, über heilige Hühner, Orakel - und auch die etwas anrüchigen Kapitel und gewaltsamen wie mysteriösen Todesfälle werden von der suetonischen Redaktion nicht ausgelassen. Bilden Sie sich Ihre Meinung! Vorhang auf für den großen Kaiser- Zirkus: die Spiele mögen beginnen!

Vortrag von Prof. Dr. Stefan Ritter, Institut für Klassische Archäologie, Universität München
Mit römischen Überraschungshäppchen
Aus zwei Wirtshäusern in Pompeji sind Zyklen von mehrfigurigen Bildern erhalten, die das Lebensumfeld einer taberna thematisieren: Freizeitvergnügungen wie Weingenuss oder Würfelspiel, aber auch das besondere Konfliktpotential, das an einem solchen Ort lauert. In der bisherigen Forschung hat man diese "Kneipenszenen" als naive, voraussetzungslose Illustrationen des Alltagslebens angesehen. Ihnen kommt indes ein besonderer Zeugniswert zu, zumal einigen Figuren Aussprüche beigefügt sind, die direkte Hinweise zur Verstehbarkeit der Darstellungen liefern. In dem Vortrag soll aufgezeigt werden, dass diese Bilder fest in der Bildproduktion ihrer Zeit verankert sind und wertvolle Auskunft darüber geben, wie das Wirtshaus als Lebensraum von denen gesehen wurde, die in diesem Milieu verkehrten.

Klassiker des Sandalenfilmgenres in voller Überlänge - eingeführt und kommentiert durch den Filmwissenschaftler Herbert Heinzelmann und kulinarischer unterstützt von "el paradiso"
Eine opulente Orgie für nahezu alle Sinne. Die Titel entnehmen Sie bitte aktuellen Veröffentlichungen.

Das vielseitige Begleitprogramm zur Ausstellung "Ave Caesar. Kaiserglanz im Hirsvogelsaal" wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für Klassische Archäologie der Universität Erlangen-Nürnberg durchgeführt.
Institut für Klassische Archäologie Erlangen
<http://www.aeria.phil.uni-erlangen.de>
Der Besuch der Ausstellung sowie die öffentlichen Führungen sind im Museumseintritt enthalten.
Karten für die Veranstaltungen können ab dem 30. April bis zum 13. Mai 2009 zu den regulären Museumsöffnungszeiten und ab dem 14. Mai 2009 täglich von 10 bis 17 Uhr ausschließlich an der Museumskasse des Tucherschlosses erworben werden. Reservierungen können leider nicht entgegen genommen werden.
Restkarten erhalten Sie an der Abendkasse, jeweils eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung.
Weitere Informationen erhalten Sie unter der
Tel. (0911) 231 - 54 21.
Die Teilnehmerzahl bei den Vorträgen und Abendveranstaltungen ist begrenzt! Kaufen Sie Ihre Karten also am besten rechtzeitig!
Ein gesondertes Programm für Schulen wird durch das Institut für Klassische Archäologie der Universität Erlangen angeboten.
Informationen und Buchung für Schulklassen vormittags unter der Tel. (0911) 231 - 54 14.
(Kosten: Museumseintritt 1,50 EUR pro Schüler + 30 Euro Führungsgebühr)
Gastronomisch werden die Veranstaltungen begleitet von den preisgekrönten jungen Köchen der Nürnberger Cateringfirma "elParadiso".
elParadiso
<http://www.el-paradiso.net>

Unser Medienpartner für die Ausstellung "Ave Caesar. Kaiserglanz im Hirsvogelsaal" - Radio Charivari Nürnberg
Radio Charivari Nürnberg
<http://www.charivari986.de>