
Die Montagskonzerte im Hirsvogelsaal sind das Resultat einer Kooperation zwischen den städtischen Museen und dem musisch ausgerichteten Labenwolf-Gymnasium in Nürnberg. Im sechs- bis achtwöchigen Turnus kommen Museumsbesucher und Musikliebhaber immer montags, um 13.15 Uhr, in den besonderen Genuss musikalischer Kostproben. In verschiedensten Besetzungen bieten die jungen Musikerinnen und Musiker Kammerkonzerte sowie A-Cappella-Gesänge von ungefähr 30-minütiger Dauer.
Das Angebot richtet sich nicht nur an Museumsbesucher, sondern auch an Berufstätige, die ihre Mittagspause einmal ganz anders gestalten wollen. Die Konzerte stehen jedem offen, der musikalisch beflügelt in die zweite Tageshälfte starten möchte.
Montag, 6. Februar 2006, 13.15 Uhr
Liebeslieder und Kompositionen für Streich- und Blasinstrumente u.a. von Georg Philipp Telemann, Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart.
Montag, 03. April 2006, 13.15 Uhr
Das Montagskonzert steht diesmal ganz im Zeichen der Querflöte: Unter der Leitung von Gundel Huschka und Gudrun Bähr präsentieren die jungen Musikerinnen des Labenwolf-Gymnasiums Werke von Joseph Bodin de Boismortier, Johann Christoph Pez, Friedgund Göttsche-Niesser und Wolfgang Amadeus Mozart. Das Querflötenensemble aus bis zu sechs Flöten - u.a. die tiefe Altquerflöte - bieten ein ungewöhnliches und seltenes Hörerlebnis aus Originalkompositionen der Meister.
Montag, 22. Mai 2006, 13.15 Uhr
"Ach, wenn wir nur auch clarinetti hätten!", so schrieb Wolfgang Amadeus Mozart in einem Brief im Dezember 1778 an seinen Vater in Salzburg.
Wolfgang Amadeus Mozart besaß eine besondere Vorliebe für den Klang der Klarinette. Dieser entsprangen viele kleine Gelegenheitskompositionen für das Blasinstrument. In Besetzungen vom Duo bis zum Quartett präsentieren dreizehn Klarinettenschüler der Klassen acht bis zwölf des Labenwolf-Gymnasiums einzelne Sätze aus diesen Werken. Dabei wird mit der Ouvertüre aus Mozarts Glanzstück "Die Zauberflöte" sowie Ausschnitten aus den Divertimenti (Nummer drei bis fünf) auch Mozarts heitere Seite gezeigt.
Montag, 10. Juli 2006, 13.15 Uhr
Vier Wochen spielte die Fußballweltmeisterschaft die erste Geige in Nürnberg. Spätestens am 9. Juli 2006 gibt die deutsche National-Elf den Ball ab und flankt ihn direkt zu den Schülerinnen und Schülern des Labenwolf-Gymnasiums. Mit einer Mannschaft in unterschiedlicher Aufstellung verzaubern die jungen Virtuosen, unter Leitung der "Teamchefin" Stefanie Grasser, mit Werken von G. F. Händel, J. S. Bach, A. Vivaldi und J. F. Mazas. Nicht mit dem Ball, versteht sich, sondern mit Geigen, Gitarren und Spinett.
Montag, 16. Oktober 2006, 13.15 Uhr Altes und Neues, Ernstes und Unterhaltsames präsentieren die jungen Musikerinnen und Musiker des Labenwolf-Gymnasiums am dritten Montag im Oktober. Unter der Leitung von Musiklehrer Michael Herrnböck bieten die jungen Virtuosen dem Publikum diesmal ein ausgesprochen facettenreiches Programm: In wechselnden Kammerensembles erleben die Besucher Werke aus der Renaissance und dem Barock. Doch auch Liebhaber moderner Musik kommen diesmal nicht zu kurz: Jazzige Klarinettenklänge runden das unterhaltsame Musikerlebnis zur Mittagszeit ab.

Bereits im Jahr 2005 fanden mehrere Gitarrenkonzerte im Museum Tucherschloss statt, allesamt mit internationalen Künstlern besetzt und durchweg ausverkauft. Durch die ausnahmslos positiven Erfahrungen entstand die Idee einer internationalen Gitarrenreihe. Der Gedanke, hochkarätige Virtuosen aus aller Welt im Hirsvogelsaal des Museums Tucherschloss, aber auch an weiteren Veranstaltungsorten der Nürnberger Innenstadt, in einer konstanten Reihe dem Publikum zu präsentieren, ist nun Wirklichkeit geworden.
Die Realisierung der Gitarrenreihe "La Guitare" wurde und wird durch die Unterstützung der museen der stadt nürnberg und besonders des deutsch-französischen Instituts Erlangen (dfI) möglich, dem jetzigen Veranstalter.
Deutsch-französisches Institut Erlangen (dfI)
<http://www.dfi-erlangen.de/>

Freitag, 10. März 2006, 20 Uhr
Sonja Prunnbauer spielt Werke von Heitor Villa Lobos, Joaquin Rodrigo, Napoleon Coste, Joaquin Turina u.a.
Im März 2006 startet die Reihe mit einem klassischen Konzert der deutschen Gitarristin Sonja Prunnbauer. Die international renommierte Gitarrenkünstlerin Sonja Prunnbauer lehrt seit 1980 als Professorin für klassische Gitarre an der staatlichen Hochschule für Musik in Freiburg. Ihre Konzerttätigkeit führte sie sowohl als Solistin wie auch im Ensemble durch die ganze Welt. Kritiker und Publikum schätzen ihr sensitives Spiel, ihre außerordentlichen technischen Qualitäten sowie ihre hohe Musikalität.
Mehr Informationen zu Sonja Prunnbauer finden Sie hier:
Sonja Prunnbauer
<http://www.sonja-prunnbauer.de/>

Samstag, 6. Mai 2006, 20 Uhr
Seit 2002 verzaubern fünf junge Gitarristinnen aus Österreich, Ungarn und Deutschland mit einfühlsamen Interpretationen, sensiblem Zusammenspiel und Virtuosität eine ständig wachsende, internationale Zuhörerschaft. In außergewöhnlicher Besetzung - das Quintett besteht aus einer Oktavgitarre (Krisztina Dobó) drei Konzertgitarren (Judith Bernhart, Maria Benischek und Zsuzsanna Jànosi) und einer Bassgitarre (Caroline Auer) - und mit originellen Arrangements betritt das Ensemble neuen Boden im Genre klassischer Gitarrenmusik.
Mehr Informationen zu den fünf Musikerinnen von "Gitarrissima" finden Sie hier:
Gitarrissima
<http://welcome.to/gitarrissima/>

Samstag, 18. November 2006, 20 Uhr
Barockmusik mit den international renommierten Solisten Siegfried "Sigi" Schwab (Gitarre), Willy Freivogel (Flöte) und Andreas Vogel (Oboe), die sich zu dem virtuosen "Trio Barocco Vivente" zusammengeschlossen haben.
Das Trio Barocco Vivente wurde zu Beginn des noch sehr jungen Jahrhunderts gegründet. Drei international arrivierte Solisten erfüllten sich damit einen Herzenswunsch, denn schon seit dem Studium fühlten sie sich zu der Musik des Barock hingezogen. Die Zuneigung für diese Großmeister kommt auch aus Verehrung ihrer zeitlosen Meisterwerke.
Der unerschöpfliche Themenreichtum, die phantasievolle Klangvielfalt und nicht zuletzt die beglückenden virtuosen Möglichkeiten haben auch in unserer Zeit eine große "Fan-Gemeinde" gefunden. Die Musik des Barock setzt der oft ratlos machenden Beliebigkeit zeitgenössischen Musikschaffens eine wunderbar klare, kraftvolle, aber auch sensible, geistvolle Klangsprache entgegen. Mit Flöte, Oboe und Gitarre als Continuo-Instrument besitzt das Trio eine der frühen Originalbesetzungen für diese Stilrichtung.
Informationen zur gesamten Veranstaltungsreihe sowie zu Kartenvorbestellungen erhalten Sie telefonisch beim dfI-Erlangen unter der Telelefonnummer (09131) 97 91 371 oder unter:
La Guitare - Internationaler Gitarrensalon
<http://www.la-guitare.de/>
Deutsch-französisches Institut Erlangen (dfI)
<http://www.dfi-erlangen.de/>

Schon 2004 und 2005 luden die museen der stadt nürnberg, zusammen mit der Kirchenmusikerin Susanne Hartwich-Düfel, Freunde der Kammermusik zu vier Konzertveranstaltungen in den Hirsvogelsaal ein. Aufgrund der großen Nachfrage wird die Reihe "Kammerkonzert mit Cembalo" im Jahr 2006 mit vier neuen Terminen fortgesetzt.
Susanne Hartwich-Düfel hat an der Hochschule für Musik in München bei Prof. Hedwig Bilgram Kirchenmusik, Konzertfach Orgel und Cembalo studierte und ist seit 1994 als Kantorin an der Sebalduskirche in Nürnberg beschäftigt.
In unterschiedlicher Besetzung, von Streichern oder Flöte begleitet, spielt die Musikerin an zwei Samstagen und drei Sonntagen im Jahr die Werke großer internationaler Komponisten.
Samstag, 25. März 2006, 20 Uhr
Susanne Hartwich-Düfel (Cembalo) spielt Werke von François Couperin, Jean Philippe Rameau, Johann Sebastian Bach.
Samstag, 13. Mai 2006, 20 Uhr
Katharina Bock (Mezzosopran) und Susanne Hartwich-Düfel (Cembalo) präsentieren Werke von William Byrd, u.a. aus dem "Fitzwilliam Virginal Book".
Sonntag, 2. Juli 2006, 20 Uhr
Mitwirkende: Friederike Spaulding (Violine), Gesa Kessler (Violine), Cyriakus Alpermann (Violoncello), Susanne Hartwich-Düfel (Cembalo).
Sonntag, 3. Dezember 2006, 20 Uhr
Mitwirkende: Ramona Walther (Barockoboe), Michaela Schneider (Traversflöte), Susanne Hartwich-Düfel (Cembalo).

Ein musikalisches Porträt der Stadt für Gitarre Solo
Freitag, 23. Juni 2006, 20 Uhr
Sechs Nürnberger Komponisten schreiben für den Gitarristen Stefan Grasse ein musikalisches Porträt unserer Stadt zu folgenden Themen: Kaiserburg (Hans Ludwig Schilling), Albrecht Dürer (Volker Blumenthaler), Johann Pachelbel (Vivienne Olive), "Adler" (Dieter Buwen), Marsch (Stefan Hippe) und "Stadt der Menschenrechte" (Heinrich Hartl).
Neben diesen Uraufführungen präsentieren Stefan Grasse und Daniela Grams (Cello) Werke für Cello und Gitarre von Claude Debussy, Maurice Ravel, Astor Piazolla und Jaime Zenamon.

Lautenmusik von Johann Pachelbel (1653-1706) und Zeitgenossen sowie Texte aus deren Zeit
Sonntag, 16. Juli 2006
Weithin bekannt ist die Veranstaltungsreihe Fränkischer Sommer - Musica Franconia für ihre international renommierten Solisten und Ensembles der Alten Musik, die an reizvollen Orten mit kunsthistorischer Bedeutung spielen.
Im Hirsvogelsaal des Museum Tucherschloss tritt der aus Florida stammende Lautenkünstler Lee Santana auf, der sich zunächst eher für Rock- und Jazzklänge interessierte, bevor er die Laute als "sein" Instrument entdeckte. Zum Lautenspiel liest der Regisseur, Produzent und Sprecher beim BR-Hörfunk Norbert Kübler Texte aus der Zeit.
Begleitet werden Lee Santanas Lautenspiel und Norbert Küblers Lesung von einer "Caffee-Tafel" mit Kuchen und anderen süßen Köstlichkeiten, bei gutem Wetter im Renaissancegarten des Museum Tucherschloss.

Dienstag, 12. September 2006, 20 Uhr
Zum fünften Mal bietet das Internationale KammermusikFestival ein spannendes Programm auf höchstem Niveau mit internationalen Stars der Kammermusik-Szene dar: Jutta Böhnert (Sopran), Frances Pappas (Mezzosopran), Thomas Cooley (Tenor), H?kan Vramsmo (Bariton), Andrew West und Nicholas Rimmer (Klavier) präsentieren Lieder von Beethoven, Dvorak, Mozart, Brahms und Schubert.

Samstag, 14. Oktober 2006, 20 Uhr
Von der Klassik in die Moderne, von Bryan Adams zu Johann Sebastian Bach, vom traditionell fränkischen Lied über swingende Jazznummern zum "Dritten Mann" und wieder zurück: Zithermusik ist ein Erlebnis der ganz besonderen Art.
Stefan Schletterer tritt mit seiner Zither seit gut zwanzig Jahren öffentlich in den unterschiedlichsten Besetzungen auf. Er wurde bereits mehrfach ausgezeichnet und spielte als Konzertsolist u.a. in der Münchener Residenz, den Ansbacher Kammerspielen und bei Veranstaltungen des Bayerischen Rundfunks.
Wenn Stefan Schletterer in die straff gespannten Saiten seines Instrumentes greift, steuert er durch die unterschiedlichsten Harmonien, Musikepochen, über Zeit- und Ländergrenzen hinweg. Begeben Sie sich mit ihm und seinem Instrument auf eine spannende, überraschende oder auch träumerische Reise durch die grenzenlos vielfältige Welt der Musik...

Samstag, 2. Dezember 2006, 20 Uhr
Das Nürnberger Akkordeon-Ensemble - Marco Röttig, Bernd Kastl, Frank Pape, Sonja Hieronymus und Martina Janschak - spielt feierliche Musik zur Adventszeit mit Werken von Michael Praetorius, Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach.

Open Air-Gottesdienst im Renaissance-Garten
Sonntag, 23. Juli 2006, 10.30 Uhr
Gottesdienst und Gartenfest der evangelisch-lutherischen Kirche St. Egidien im Renaissance-Garten des Museum Tucherschloss.
Der "Open-Air Gottesdienst" ist das Resultat einer im Jahr 2005 geschlossenen Kooperation zwischen der Kirche St. Egidien und dem Museum Tucherschloss. Beide Einrichtungen möchten aufgrund ihrer unmittelbaren Nachbarschaft am Treibberg künftig stärker zusammenarbeiten und die Themen Kirche, Bildung und Kultur mit attraktiven Veranstaltungen enger verknüpfen.

Im Rahmen des vom 1. bis 24. August 2006 im Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen stattfindenden 19. SommerNachtFilmFestivals ist der Innenhof des romantischen Tucherschlosses in diesem Jahr Aufführungsort von drei wunderbar gefühlsbetonten Kostümfilmen:
Montag, 21. August 2006, 21.15 Uhr (Filmbeginn)
GB/USA 2005, 127 min., Regie: Joe Wright
Mit Keira Knightley, Matthew MacFadyen, Rosamund Pike, Brenda Blethyn, Donald Sutherland, Judi Dench u.a.
Das herrlich altmodische Filmerlebnis besticht durch authentische Bilder, exzellente schauspielerische Leistungen und hervorragende Charakterzeichnungen. Im England des 19. Jahrhunderts warten die fünf Töchter der Familie Bennet darauf, dass ein angesehener Mann um deren Hand anhält. So jedenfalls die Spekulationen von Mutter Bennet (Brenda Blethyn): Sie ist von dem Ehrgeiz getrieben, alle gut unter die Haube zu bringen. Dabei hat sie aber nicht mit den Eigensinn der Zweitältesten, Elizabeth (Keira Knightley), gerechnet, die sich partout nicht für den wohlhabenden Mr. Darcy (Matthew MacFadyen) begeistern will...
"Stolz und Vorurteil" ("Pride and Prejudice") bildet den Höhepunkt und Abschluss der ersten Schaffensphase von Jane Austen. Austen begann den Roman 1796 unter dem Titel "First Impressions" zunächst in Briefform, ersetzte diese jedoch in der ersten Fassung 1797 bereits durch die epische Form mit Dialogpassagen und Kommentaren der allwissenden Erzählerin. Erst 1813 erschien "Stolz und Vorurteil" in einer nochmals überarbeiteten Fassung. Als Bildungsroman angelegt, der die Entwicklung und Festigung der Charaktere darstellt, fand dieser gleich nach seinem Erscheinen große Resonanz beim Publikum. Einige Rezensenten bezweifelten daher, dass ein solcher Roman von einer Frau geschrieben sein könne.

Dienstag, 22. August 2006, 21.15 Uhr (Filmbeginn)
USA 2005, 108 min., Regie: Lasse Hallström
Mit Heath Ledger, Oliver Platt, Lena Olin, Jeremy Irons, Sienna Miller, Natalie Dormer u.a.
Opulente Hollywood-Adaption der weltberühmten Geschichte um den legendären Frauenverführer. Der gut aussehende junge Casanova (Heath Ledger) begibt sich im Venedig des 18. Jahrhunderts auf seinen amourösen Abenteuern in Gefahr und entgeht nur deshalb dem Galgen, weil er sich auf ein Ultimatum einlässt: er muss noch vor dem Karneval heiraten oder die Stadt für immer verlassen. Widerwillig verlobt sich der junge Tunichtgut mit der Venezianerin Vittoria (Natalie Dormer), nur um tags darauf in der Gestalt Francescas (Sienna Miller) die Frau seiner Träume zu treffen. Die emanzipierte Wissenschaftlerin jedoch will von seinen Avancen nichts wissen...
"Casanova" trägt mit seinen vielen kunstvollen Einstellungen ganz deutlich die Handschrift von Lasse Hallström und bietet wunderschöne Bilder von Venedig, die die Stadt malerisch in Szene setzen. Tolle Kostüme, gute Schauspieler und ein richtig witziges Drehbuch, das sich gern hier und da selbst durch den Kakao zieht, machen "Casanova" zu einem lustigen Kinoabenteuer, das auch das Kinopublikum schnell verführen wird.

Mittwoch, 23. August 2006, 21.15 Uhr (Filmbeginn)
GB 2005, 130 min., Regie: Roman Polanski
Mit Ben Kingsley, Barney Clark, Jamie Foreman, Harry Eden
Roman Polanski macht aus dem Kinderbuchklassiker ein packendes Sozialdrama. Der kleine Oliver (Barney Clark) wächst unter ärmlichen Verhältnissen im Waisenhaus auf. Im Alter von 9 Jahren wird er als billige Arbeitskraft in eine staatliche Manufaktur geschickt. Der Arbeitstag ist lang und schwer, die Verpflegung dagegen mehr als dürftig. Wenig Besserung verheißt ihm seine darauf folgende Position als Gehilfe des örtlichen Leichenbestatters, von dessen Lehrling, welcher kaum älter ist als Oliver, er aufgrund seiner sozial niedrigeren Stellung tyrannisiert wird. Als die Situation unerträglich wird, beschließt Oliver davon zu laufen und zu Fuß nach London zu flüchten. Dort hofft er auf ein glücklicheres Leben und ein wenig Liebe und Geborgenheit. Doch zunächst gerät er in die Fänge einer Kinderbande, die für ihren selbst ernannten Ziehvater Fagin (Ben Kingsley) als Taschendiebe arbeiten. Erst als Oliver bei einem misslungenen Diebeszug das Herz eines reichen Kaufmanns erwärmt, brechen für den aufgeweckten Jungen bessere Zeiten an...
Roman Polanski und sein Team, welches ihm zum Teil bereits bei der Produktion seines viel gepriesenen Dramas "Der Pianist" zur Seite stand, zeigt bei der Umsetzung von Dickens‘ Vorlage viel Hingabe und Liebe zum Detail. Dies zeigt sich schon an der Verwendung von zeitgenössischen Buchillustrationen, die während des Vor- und Abspanns als Standbilder eingestellt werden und sich nahtlos in die nachfolgenden bzw. vorhergehenden Leinwandbilder des Films einfügen. Besondere Erwähnung verdient die aufwendige Kulisse Londons, die zu großen Teilen am Set in Tschechien so originalgetreu wie möglich nachgebaut wurde. Polanski und Produktionsdesigner Allan Starski orientierten sich dabei sowohl an Archivmaterial wie alten Stadtplänen sowie Gemälden aus der Epoche, die bereits deutliche Spuren des Übergangs von der ländlichen Idylle zur industriellen Revolution erkennen lassen.
Nähere Informationen zu den Eintrittspreisen, dem Online-Vorverkauf und den Einlasszeiten erhalten Sie hier:
SommerNachtFilmFestival
<http://www.sommernachtfilmfestival.de/>

Auch in diesem Jahr setzt sich unter dem Titel "grenzenlos" eine Veranstaltungsreihe fort, die von den museen der stadt nürnberg und dem Amt für Internationale Beziehungen als ein gemeinsames Projekt auf dem Areal des Museum Tucherschloss durchgeführt wird.
Unter dem Motto "Nürnberg trifft Antalya" widmet sich das Fest am Samstag und Sonntag, 12./ 13. August 2006 der südtürkischen Stadt zwischen Taurus und Mittelmeer, deren städtepartnerschaftliche Verbindung zu Nürnberg im Jahr 1997 offiziell besiegelt wurde. Mit rund 25.000 Bürgerinnen und Bürgern stellen die türkischen Staatsangehörigen in Nürnberg etwa 5 Prozent der Gesamtbevölkerung und die nach den Deutschen am stärksten vertretene Nationalität dar.
Vor diesem Hintergrund wird das diesjährige grenzenlos-Fest nicht nur eine lebendige städtepartnerschaftliche Verbindung feiern, sondern auch den vielen türkischstämmigen Mitbürgerinnen und Mitbürgern Nürnbergs Gelegenheit geben, ihr Heimatland zu präsentieren.

Das zweitägige Fest im Museum Tucherschloss und seiner Renaissance-Gartenanlage bietet dazu ein hochkarätiges Kulturprogramm mit türkischem Flair. Neben einem vielfältigen musikalischen Programm versprechen Filme, Lesungen, Tanzvorführungen, Märchenerzählungen, Kinderaktionen und vieles mehr ein unterhaltsames und abwechslungsreiches Wochenende.
Der fränkische Autor und Dramatiker Fitzgerald Kusz liest zusammen mit dem türkischen Literaturwissenschaftler und Hermann Kesten-Stipendiaten Ahmed Tüzün an beiden Tagen im Hirsvogelsaal. Zudem bereichert der in Antalya geborene Tüzün das Programm mit einem Vortag über "Das künstlerische und kulturelle Leben in Antalya von 1900 bis 2006".
"Liebe, Lügen und Gespenster": Unter diesem Titel erzählt die Sammlung von Kurzgeschichten Heiteres und Amüsantes aus dem alltäglichen Miteinander von Männern und Frauen in der Türkei. Auszüge aus dem neu erschienenen Buch liest der Schauspieler Thomas Nunner, der seit 1996 am Staatstheater Nürnberg engagiert ist, im Hirsvogelsaal.

Mit den Filmen "Auf nach Alanya", "Atatürk’s Töchter" und "Made in Nürnberg: BAKLAVA" geben das Filmemacherpaar Gülseren Suzan-Menzel und Jochen Menzel Einblicke in das Leben deutscher Auswanderer in der Türkei, zeigen die Gegensätzlichkeit im Alltag vierer türkischer Frauen aus unterschiedlichen Milieus und erzählen Geschichten aus dem Nürnberger Stadtteil Gostenhof.
Stimmungsvoll erzählt Ulla Konold alttürkische Nomadenmärchen mit dem Titel "An Nachtfeuern der Karawan-Serail" und zieht damit das staunende Publikum in ihren Bann.
"Was Sie schon immer über das Kopftuch wissen wollten - Kopftuchkulturen in Orient und Okzident" heißt das Thema des Vortrags von Soziologin Meral Akkent.

Lebhaft und schwungvoll geht es auf der Hauptbühne im Schlosshof zu: Hier spielen türkische Bands Livemusik von traditionell bis Rock und Pop: Als "Deutsch-Türk-Rocker" verstehen sich die Musiker von "Quantensprung" und zeigen dieses Zusammenspiel in Form einer progressiv-melodiösen Rockmusik mit leichter orientalischer Würze. Gesungen wird sowohl in deutscher, als auch in türkischer Sprache - kulturübergreifend eben.

Weniger rockig, sondern rhythmisch und stilistisch abwechslungsreich, versteht es Scirocco eine musikalische Brücke zwischen Orient und Okzident - Tradition und Moderne zu schlagen. Die siebenköpfige Band formiert sich um den charismatischen Sänger und Frontmann Seref Dalyanoglu, der türkisches Liedgut mit historischen und aktuellen Instrumenten gekonnt neu inszeniert. Die zauberhafte R’n’B-Sängerin Safiye wird Scirocco am Samstag Abend mit Gesang und Tanz begleiten.
Vor über 20 Jahren begann Kemal Dinc, geboren in Istanbul, mit dem Saz-Spiel. Sein virtuoses Können präsentiert er mit dem "Drama-Ensemble". Moderne, jazzige Passagen wechseln sich mit traditionsreichen, mystischen Gesängen und Liedern ab.
Die Nürnberger Formation Cemre präsentiert türkische Folklore mit modernen Elementen. Dabei spielen die fünf Musiker sieben verschiedene Instrumente von der Saz zur Zither.

Zu einem Schnupperkurs "Urlaubstürkisch für Anfänger" lädt am Sonntag Gülseren Suzan-Menzel in den Hirsvogelsaal ein.
Hüftgürtel mit Perlen, bunte Kostüme mit Schleiern, dazu Anmut und Schönheit: Das sind die Markenzeichen von Enussah, die professionellen und ausdruckstarken Bauchtanz mit betörendem Hüftschwung zeigt. Wer sich selbst in der Kunst der orientalischen Bewegungen versuchen möchte, ist zur Teilnahme an einem Bauchtanz-Workshop mit der Künstlerin eingeladen.
Der Künstler Bijar Arbilly zeigt handgearbeitete Kalligraphien und führt vor, wie eindrucksvolle Bilder aus Buchstaben entstehen.
Die Schauspielerin Inge Bickel, in Gestalt der ehemaligen Schlossherrin Katharina Tucher, führt traditionell durch ihr Anwesen und erklärt die Besonderheiten des Renaissance-Baus. Fahriye Vollweiter begleitet sie am Sonntag, um 17 Uhr, um die Führung für die türkisch-sprechenden Fest-Besucher zu übersetzen.
Das Alevitische Kulturzentrum Nürnberg e. V. ist mit einer Kinder-Folkloregruppe vertreten, die einen traditionellen Gebetstanz zu mystischen Liedern aufführt.

Eigens für die kleinen Besucher spielt das "Perspektif Theater" ein Kindermärchen von Adem Atar. Zu einer weiteren Kinderaktion lädt Sevim Ulucay die jungen Festgästen ein: "Ebru", die türkische Kunst des Papiermarmorierens.
Die Ausstellung "ARCHAEO-ART, Vergangenheit und Heute" ist im Foyer des Hirsvogelsaals zu sehen. Druckgrafiken von sechs Professoren der Fakultät der Schönen Künste in Antalya zeigen ihre Werke, die sie als eine Schnittstelle zwischen der alten anatolischen Kunst und den modernen Medien verstehen.
Nâzim Hikmet war ein radikaler Erneuerer der türkisch-osmanischen Dichtkunst und gilt als wohl bedeutendster türkischer Dichter des 20. Jahrhunderts. Sein umfangreiches Werk umfasst neben zahllosen Gedichten auch Theaterstücke, Romane und Essays. Ihm und seinem Werk ist eine Ausstellung im Foyer des Tucherschlosses gewidmet.
Wer dem Alltagsstress entkommen und ein wenig Tausend-und-eine-Nacht-Atmosphäre schnuppern möchte, findet in einem orientalischen Zelt Entspannung bei Wasserpfeifen, Tee und dem Duft exotischer Kräuter. Ein türkischer Bazar, mit Stoffen, Gewürzen und Souvenirs sowie Verkaufsstände mit türkischen Köstlichkeiten und Getränke-Spezialitäten runden das Angebot ab.
Dies und "grenzenlos" mehr erwartet die Besucher/innen beim diesjährigen Internationalen Fest der Partnerstädte.
Das detaillierte grenzenlos-Programm mit einem genauen Zeitplan Sie hier per PDF downloaden:
Flyer grenzenlos 2006
PDF-Datei (203 KB)
<http://www.museen.nuernberg.de/download/download_tucherschloss/ts_flyer_grenzenlos_06.pdf>
Programm grenzenlos 2006
PDF-Datei (44 KB)
<http://www.museen.nuernberg.de/download/download_tucherschloss/programm_grenzenlos_06.pdf>
Museum Tucherschloss und Hirsvogelsaal und Renaissance-Garten
Hirschelgasse 9-11
90403 Nürnberg
Samstag, 12. August 2006, 16 bis 23 Uhr
Sonntag, 13. August 2006, 11 bis 21 Uhr
Der Eintritt ist an beiden Tagen frei!
Weitere Informationen erhalten Sie bei Dr. Sandra Kühle, Leiterin Museum Tucherschloss, Tel. (0911) 231 - 54 20 oder bei Christina Plewinski vom Amt für Internationale Beziehungen der Stadt Nürnberg, Tel. (0911) 231 - 50 46.
Wir danken dem Amt für Kultur und Freizeit der Stadt Nürnberg, in:san, der Initiative zu Förderung der Städtepartnerschaft zwischen Nürnberg und Antalya und DTFP, der Deutsch-Türkischen Freundschaftsplattform, für die Unterstützung!