museen der stadt nürnberg

Zeittafel und Beschreibung der Erwerbungen seit 2008.

Gemälde- und Skulpturensammlung

Neuerwerbungen

Johann von Schwarz, Carl Sigmund Luber - Ansicht vom Rechenberg.

27.11.2010

Fabrik für artistische Fayencen Johann von Schwarz (1802-1884) (zugeschrieben, Herstellung)
Carl Sigmund Luber (1868-1934, zugeschrieben, Entwurf)
Ansicht vom Rechenberg
Nürnberg, um 1900
Emailmalerei auf Keramik, gebrannt, 20,5 x 15,5 cm, schwarzer Holzrahmen

Ländlich idyllisch wirkt der sommerliche Blick auf den Rechenberg, einen begrünten Sandsteinhügel, der namensstiftend das Zentrum des kleinen Parks im Nürnberger Stadtteil St. Jobst bildet.

1899 erfolgte die Eingemeindung Rechenbergs nach Nürnberg, etwa zu jenem Zeitpunkt entstand das vorliegende Keramikbild, das der Nürnberger "Fabrik für artistische Fayencen" von Johann von Schwarz zuzuschreiben ist. Mit der Bestellung des Bildhauers und Malers Carl Sigmund Luber als künstlerischen Direktor der Fayence-Fabrik hatte im Jahr 1896 der Jugendstil in Nürnberg Einzug gehalten.

Bald fand die neue Formensprache auch bei anderen Herstellern kunstgewerblicher Waren der führenden Industriestadt Bayerns - als welche Nürnberg galt - Anklang.

Jugendstilobjekte aus Nürnberg erfreuten sich großer Beliebtheit und wurden zahlreich exportiert.

Das vorliegende Keramikbild ist ein Unikat und stammt möglicherweise von Carl Sigmund Luber selbst, der nicht weit vom Rechenberg entfernt, in der Bayreuther Straße wohnte.

Franke - Nürnberger Christkindlesmarkt vor dem Schönen Brunnen 20. Jh..
Carl Dotzler - Ansicht des Hauptmarktes mit Neptunbrunnen 1927.

05.11.2010

Franke, Vorname unbekannt (20. Jh.)
Nürnberger Christkindlesmarkt vor dem Schönen Brunnen
li. u. sign. "Franke, Nürnberg"
Öl auf Malkarton, 100 x 80 cm, teilvergoldeter Holzrahmen

Carl Dotzler (1874 Nürnberg - 1956 Augsburg)
Ansicht des Hauptmarktes mit Neptunbrunnen
li. u. sign. u. dat. "Carl Dotzler 1927"
Öl auf Leinwand, 67 x 62 cm, teilvergoldeter Holzrahmen

Der Hauptmarkt in Nürnberg war zu allen Zeiten ein beliebtes Motiv bei Künstlern wie Kunstliebhabern. Zwei eher ungewöhnliche Blicke auf Nürnbergs "gute Stube" bieten die beiden neuerworbenen Gemälde.

Das eine zeigt den Blick auf die Nordwestecke des Platzes mit dem Schönen Brunnen zur Zeit des Christkindlesmarktes. Mit "romantischem" Blick hat der Künstler die besondere vorweihnachtliche Stimmung eingefangen. Der Zauber der Szenerie geht von der besonderen Lichtführung aus. Aus den festlich erleuchteten Buden schimmert goldenes Licht zwischen den dunklen Silhouetten der Marktbesucher hindurch. Die weißen, schneebedeckten Dächer der Marktstände und Häuser leuchten in der Dämmerung und die Fassaden schimmern im indirekten Licht der erleuchteten Straßen. Vor dem Abendhimmel verschwimmen die Türme der Sebalduskirche im Dunst. Der bislang nicht identifizierte Künstler versetzt uns in die Zeit vor den Zerstörungen des 2. Weltkrieges, denn hinter dem Brunnen sieht man links des Gebäudes der Industrie- und Handelskammer das romanische Turmhaus Hauptmarkt 23, das nach der Kriegszerstörung nicht wiederhergestellt wurde.

Einen ganz anderen Blick bietet der bekannte Nürnberger Künstler Carl Dotzler, der an der Nürnberger Kunstgewerbeschule lehrte und 1928 zum Professor ernannt wurde. Von einem erhöhten Standpunkt in Dachhöhe blicken wir im Gegenlicht über den Hauptmarkt nach Osten auf die verschattete Fassade der Frauenkirche. Der Platz ist belebt durch geschäftiges Markttreiben und zwei Automobile. Neben der Kirche sieht man das 1871 errichtete und im Krieg zerstörte Telegraphenamtsgebäude und dahinter die Kuppel der 1869 erbauten und bereits 1938 abgebrochenen Synagoge. Von besonderem Interesse ist das Bild, weil es im Vordergrund eine der seltenen künstlerischen Ansichten des Neptunbrunnens zeigt, der von 1902 bis 1934 hier stand.

Fritz Liebel - Nürnberg, Weinstadel und Henkersteg, 1926.

27.07.2010

Fritz Liebel (Nürnberg 1889-1954)
Nürnberg, Weinstadel und Henkersteg
1926
Signiert u. r.: F. Liebel 1926
Öl auf Holz, 66,5 x 68,5 cm, vergoldeter Holzrahmen

Mit klarem, sachlichem Blick zeigt der Künstler die bekannte historische Baugruppe des Weinstadels und des Wasserturms am Ufer der Pegnitz. Liebel hatte an der Kunstakademie in Dresden und an der Nürnberger Kunstgewerbeschule sowie bei Franz von Stuck an der Münchner Akademie studiert, bevor er selbst am "Offenen Zeichensaal der Stadt Nürnberg", an der Berufsfachschule und an der Kunstgewerbeschule in Nürnberg lehrte. 1943 ließ er sich am Chiemsee nieder. Seine Veduten sind ein wichtiger Beitrag zur Darstellung des Nürnberger Stadtbildes vor den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges.

Johann Adelhard - Nürnberg: Blick auf den Henkersteg und Wasserturm, 1895.

09.07.2010

Johann Adelhard (1827-1887)
Nürnberg: Blick auf den Henkersteg und Wasserturm
1895
Intarsienarbeit, 46 x 56 cm, Holzrahmen

Eine populäre Ansicht von Nürnberg hat Johann Adelhard in dieser Arbeit wiedergegeben, er zeigt uns den Henkersteg, der den Henkerturm mit dem Wasserturm und damit die Sebalder mit der Lorenzer Altstadt verbindet.

Malerisch mutet diese Arbeit an, virtuos sind die Maserungen der verschiedenen Hölzer eingesetzt, so ist beispielsweise die charakteristische Zeichnung des Eschenholzes verwendet, um die Strömung des Wassers darzustellen.

Nach eigenen Werbetexten hat Adelhard, der sich selbst als Erfinder und Kunstschreiner bezeichnet, 1880 diese Kunstform des Holzmosaikbildes erfunden und gilt als einer der Hauptvertreter dieser für Nürnberg typischen "Kleinkistelei".

Adelhards Holzmosaike bestehen aus 1000-8000 einzelnen Teilchen, wobei er sich der natürlichen Farbpalette der 30 bis 60 verschiedenen Hölzer bedient, die er pro Arbeit verwendet, lediglich die Farben Blau und Grün sind künstlich gefärbt. Hell- und Dunkelkontraste werden dadurch erzielt, dass Langholz für die Licht- und Stirnholz für die Schattenpartien verwendet werden.

Neben dem großformatigen Holzmosaikbild von Nikolaus Zittenzieher, einer Ansicht des Albrecht-Dürer-Platzes, besitzt die Gemälde- und Skulpturensammlung der Stadt Nürnberg mit dieser Neuerwerbung ein weiteres wichtiges Werk dieser für Nürnberg typischen Gattung.

Sabbatleuchter, Nürnberg, 18./19. Jahrhundert.

14.04.2010

Sabbatleuchter
Nürnberg, 18./19. Jahrhundert
Material: Messing
H: 32,5 cm; Dm: 22,0 cm
Ohne Marke, nicht gepunzt

Der vorliegende Sabbatleuchter ist eine wichtige Neuerwerbung für die Gemälde- und Skulpturensammlung, da er als jüdisches Kultgerät aus der Nürnberger Messingverarbeitung stammt und hiesige Handwerkskunst mit kultureller Vielfältigkeit verbindet.

Genauere Informationen zu dieser Neuerwerbung finden Sie auf folgender Seite
Aus der Forschung
<http://www.museen.nuernberg.de/skulpturen/themen/forschung.html>

Georg Christoph Bemmel (zugeschrieben): Hirschjagd vor Nürnberg.

24.10.2009

Georg Christoph Bemmel (zugeschrieben)
Hirschjagd vor Nürnberg, nach 1803
Öl auf Leinwand,
Nicht signiert, nicht datiert
62 x 76.5 cm
Teilvergoldeter Holzrahmen

Über viele Generationen war die Malerfamilie Bemmel in Nürnberg tätig. Mehr als zwanzig Künstler hat diese Malerdynastie vom 17. bis zum 19. Jahrhundert hervorgebracht.

Am bekanntesten sind der aus Utrecht eingewanderte Stammvater der Familie, Willem van Bemmel (1630-1708), und sein Sohn Peter von Bemmel (1685-1753). Zwischen 1630 und 1811 entstanden so zahlreiche Darstellungen mit Nürnberger Landschafts- und Ortsmotiven.

Genauere Informationen zu diesem Gemäldes finden Sie auf folgender Seite
Aus der Forschung
<http://www.museen.nuernberg.de/skulpturen/themen/forschung.html>

August Franz - Nürnberg, Blick auf Altstadt und Kaiserburg, 1. Hälfte 20. Jh.

10.10.2009

August Franz (tät. 1930-1939)
Nürnberg, Blick auf Altstadt und Kaiserburg
1. Hälfte 20. Jh.
unten Mitte sign.: A. Franz
Öl auf Pressspanplatte, 88,5 x 97,0 cm, goldbronzierter Holzrahmen

1939 hatte die Stadt Nürnberg bei August Franz ein Ölbild mit dem Blick zur Nürnberger Burg erworben, das bereits 1945 beim Bombenangriff zerstört wurde. Mit dem Erwerb des vorliegenden Gemäldes konnte nun diese Lücke wieder geschlossen werden. Es zeigt ebenfalls den Blick zur Burg von den Türmen der Sebalduskirche aus, gleichsam über dem Gewirr der Dächer thronend, in einer dramatisch von der tiefstehenden Sonne erleuchteten Abendstimmung. Franz schildert stimmungsvoll die Sebalder Altstadt kurz bevor sie im Bombenkrieg unterging.

Ursula Schmidt - Porträtkopf Heinz Schmeißner, 2005.

05.06.2009

Ursula Schmidt
Porträtkopf Dr. h.c. Heinz Schmeißner (1905-1997)
2005
Bronzeguss, poliert, Steinsockel; Eisenstele (aus Vierkantrohren), schwarz lackiert
25 x 19 x 23 cm (nur Kopf); H. mit Steinsockel: 43 cm; Stele 129,3 x 24 x 24 cm
Geschenk der Familie des Dargestellten

Die Büste wurde posthum zum 100. Geburtstag des Dargestellten von der Oberasbacher Künstlerin Ursula Schmidt geschaffen und bei der Kunstgießerei Lenz-Jahn in Nürnberg in Bronze gegossen. Heinz Schmeißner, (* 15. März 1905 in Nürnberg; † 25. September 1997 in Nürnberg), Architekt, Dr. h.c., langjähriger Stadtbaurat, war maßgeblich am Wiederaufbau der Stadt Nürnberg nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges beteiligt.

Erich Mercker: "Nürnberg, Fischerhäuser an der Pegnitz mit Blick auf St. Lorenz".

22.12.2008

Erich Mercker (1891-1973)
"Nürnberg, Fischerhäuser an der Pegnitz mit Blick auf St. Lorenz"
Öl auf Leinwand,
65,5 x 86 cm

Die um 1930 entstandene Ansicht zeigt den Blick auf die Maxbrücke, im Vordergrund die auf Pfählen in die Pegnitz gebauten Fischerhäuser, die im Zweiten Weltkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut wurden. Diese weniger häufig gemalte Ansicht von Nürnberg ist selbst im Bestand der städtischen Kunstsammlungen selten vertreten und stellt daher eine willkommene Bereicherung dar. Das Gemälde konnte aus dem Privatbesitz der heute in Norddeutschland lebenden Nachfahren einer Nürnberger Familie erworben werden.

Irma Goecke: Begegnung, 1937.

27.10.2008

Irma Goecke
Begegnung
1937
Wandbehang in Halbgobelintechnik, Bambusstab
Monogramm "IG"
185 x 110 cm

Irma Goecke (1895 Paris-1976 München), war 1940-60 an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg als Lehrerin für Bildteppiche und Bildstickerei und Leiterin der Fachklasse für Textilkunst tätig. 1941 war sie Mitbegründerin und bis 1966 künstlerische Leiterin der Nürnberger Gobelin-Manufaktur.

Wilhelm Ritter: Westchor der Sebalduskirche mit Taufbecken.

07.07.2008

Wilhelm Ritter
Westchor der Sebalduskirche mit Taufbecken
Aquarell und Deckfarben auf starkem Karton, gerahmt
46 x 35 cm

Als Ergänzung zu den Kircheninterieurs von Paul und Lorenz Ritter, die 2007 in der Ausstellung der Gemälde- und Skulpturensammlung "Spätromantik im Industriezeitalter. Die Nürnberger Künstlerfamilie Ritter" zu sehen waren, konnte nun auch von Wilhelm Ritter eine Innenansicht einer Nürnberger Kirche erworben werden: es handelt sich um den Westchor der St. Sebalduskirche in der Zeit der Restaurierung, kurz nach 1900.

Genaue Informationen zur Datierung und Einordnung dieses Gemäldes finden Sie auf folgender Seite
Aus der Forschung
<http://www.museen.nuernberg.de/skulpturen/themen/forschung.html>

Fotografie Fritz Ritter.

Fritz Ritter, Fotografie,
Atelier Lorenz Strunz um 1880

Des weiteren konnte als Ergänzung zu den in der Ausstellung 2007 gezeigten Fotos ein Konvolut mit Porträtfotos der Künstler Paul, Lorenz, Paul d. J. und Fritz Ritter erworben werden.

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