Nosferatu
Montag, 15.8., Dienstag, 16.8., Mittwoch, 17.8.2005, jeweils 19 Uhr
Deutschland 1921, 64 min., Regie: Friedrich Wilhelm Murnau, mit Max Schreck, Gustav von Wangenheim, Greta Schröder
Klassischer Horrorfilm um den Vampir Nosferatu (Max Schreck), der als Graf Orlock auf seinem geheimnisumwitterten Bergschloss in Transsylvanien haust.
Dieser Film ist eine Legende, ein Mythos. Es handelt sich hierbei nämlich nicht um eine autorisierte Fassung von Bram Stoker's Originalroman. Die Rahmenhandlung wurde frech von London nach Bremen verlegt, Dracula heißt hier Graf Orlock, Harker heißt Hutter, etc.
Vermutlich wollte Murnau Tantiemen sparen, denn ganz ähnlich verfuhr er bereits zwei Jahre zuvor in seinem Film "Der Januskopf", der eine Adaption von Stevensons "Dr. Jenkyll und Mr. Hyde" war. Es kam wie es kommen musste: Bram Stokers Witwe Florence klagte wegen Verletzung des Urheberrechts, bekam in allen Instanzen Recht. Sämtliche Kopien des Films sollten vernichtet werden, was auch größtenteils geschah. Einige Kopien sowie der Originalnegativstreifen tauchten jedoch später im Ausland auf und wurden verschiedentlich bearbeitet.
Der Originalfilm ist ein Meilenstein in der Filmgeschichte. Neben Rudolf Wienes "Das Cabinet des Dr. Caligari", der zwei Jahre zuvor entstand, zählt er zu den bedeutendsten Beispielen des deutschen Vorkriegsfilms. Nicht ganz so expressionistisch wie Caligari gehalten, nahm er schon einige Elemente des Gothic Horror der Hollywood Grusels aus den 1930er und 1940er Jahre vorweg. Wahnsinn, Todesahnungen, Geisterspuk, all das schildert Murnau in düsteren Berglandschaften oder auf stürmischer See. Und noch ein ganz spezielles Element, welches sich wie kaum etwas anderes auf spätere Verfilmungen auswirkte, geht auf Murnaus Nosferatu zurück: Der Vampir zerfällt bei Sonnenlicht zu Staub. Bei Stoker schwächt das Tageslicht den Unhold nur, bei Murnau machte es ihm erstmalig den Garaus.

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