museen der stadt nürnberg

Die wichtigsten Ausstellungen und Veranstaltungen des Museum Industriekultur im Jahr 2006.

Museum Industriekultur

Archiv 2006

Vor 100 Jahren: Die Bayerische Landes-Jubiläums-Ausstellung in Nürnberg 1906, zeitgenössische Postkarte.

200 Jahre Franken in Bayern
Bayerische Landesausstellung 2006

Ausstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte im Museum Industriekultur

4. April bis 11. Februar 2007

"Laut tönte der Jubel der Bürger, Frohsinn und Freude strahlte aus dem Antlitze Aller. Laut erscholl der Freudenruf: Es lebe Maximilian Joseph!"

So wusste das Schweinfurter Wochenblatt anlässlich der bayerischen Übernahme der freien Reichsstadt Schweinfurt im Jahr 1805 zu berichten. Doch haben sich wirklich alle Franken auf die bayerische Regierung gefreut?

Im Museum Industriekultur in Nürnberg wird in der Landesausstellung 2006 an das Entstehen des neuen Staates Bayern 1806 erinnert, dessen Entwicklung in besonderem Maße von den fränkischen Gebieten geprägt wurde.

Die großen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen der letzten 200 Jahre sind die Themen einer abwechslungsreichen und unterhaltenden Geschichtsinszenierung. Dabei werden Ausschnitte der gemeinsamen bayerisch- fränkischen Vergangenheit in den Vordergrund gestellt.

Die Schatzkammer Franken dokumentiert die reichen Kulturschätze der Region und zeichnet ihren Weg in dem Chaos nach Säkularisation und Okkupation Frankens durch Bayern nach.

Frankens Weg nach Bayern führte von der Französischen Revolution über die Auflösung des Heiligen Römischen Reiches und die Wirren der Befreiungskriege hin zu einem fast ganz von Bayern okkupierten Franken.

In den folgenden Jahren mussten sich die fränkischen "Neubayern" an die Münchner Regierung gewöhnen. Irritationen blieben nicht aus - Franken und Bayern erlebten einen problematischen Anfang. Sogar Forderungen nach einer Loslösung von Bayern wurden auf dem Höhepunkt der Revolution von 1848/49 laut.

Der Bau der ersten Eisenbahnlinien durch Franken brachte der Region wirtschaftliche Vorteile. Zwischen Reichseinigung und Wirtschaftsboom änderten sich die Lebensbedingungen rasant: Gas und Elektrizität, Automobil und Zeppelin, Röntgenapparat und Telefon führten unaufhaltsam in die Moderne; Überbevölkerung, Industrieschlote und Massenarmut waren die Kehrseite der Industrialisierung und des Fortschritts. Franken wurde zum wirtschaftlichen Motor Bayerns.

Immerhin - das hundertjährige Jubiläum des Königreichs Bayern feierte man nicht in München, sondern in Nürnberg mit der Jubiläums-Landesausstellung 1906.

Ihre Ausmaße waren denen einer Weltausstellung würdig - als Industriemesse, Kunstausstellung und Vergnügungspark zog das Großereignis ein Millionenpublikum an.

Nöte und Umbrüche brachten der Erste Weltkrieg und die Weimarer Republik. Bamberg wurde kurzzeitig bayerischer Regierungssitz; Inflation und Weltwirtschaftskrise standen fast unvereinbar neben dem Glamour der "Goldenen Zwanziger".

Parallel zu der oft drückenden Alltagsnot in einer sich rasch wandelnden Welt entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein romantisiertes Frankenbild. Trachten, Bräuche und Feste, Baustil und Volksmusik - die Rückbesinnung auf Altes und die Einrichtung neuer Traditionen formte nun das fränkische Selbstverständnis. Die Kulturpflege verbot jedoch nicht den Blick nach Oberbayern - auch Jodeln war in Franken erlaubt.

Zwiespältig ist das Bild Frankens in der NS-Zeit. Hier feierte die NSDAP schon früh Erfolge; die Reichsparteitage in Nürnberg wurden zum Schauplatz nationalsozialistischer Propaganda.

Wiederaufbau und Wirtschaftswunder, Zonenrandlage und Flüchtlingsproblematik, Strukturwandel und High-Tech-Landschaft sind nur einige Schlagworte der Entwicklungen in Franken nach 1945.

Was bringt die Zukunft für Franken und Bayern? Diese Frage steht am Ende des Rundganges durch die fränkisch-bayerische Geschichte. Trotz der bekannten Probleme der demografischen Entwicklung, der Globalisierung der Märkte und der sich ankündigenden Klimawende - Franken in Bayern hat Zukunft, zumindest im Frankutopia der Landesausstellung.

Detailliertere Informationen zur Ausstellung erfahren Sie auf der Internet-Seite des Hauses der Bayerischen Geschichte:
externer Link Haus der Bayerischen Geschichte
<http://www.hdbg.de/franken2006/index.html>

Erlebnisführung durch die Landesausstellung

Als besonderes Highlight für Jung und Alt bietet das Haus der Bayerischen Geschichte eine spannende Erlebnisführung durch die Landesausstellung. Dabei können große und kleine Besucher Interessantes und Unbekanntes über Franken erfahren und selbst "handgreiflich" werden: Richtig Spaß macht es beispielsweise, am Wickelbock leonische Fäden zu ziehen oder mit viel Schwung selbst eine Münze zu prägen.


Titelillustration eines Katalogs für Christbaumschmuck der Firma August Schlemmer, Roth, 1924.

Fränkischer Weihnachtsschmuck in der Landesausstellung

Wissen Sie eigentlich, wie aus Silber- und Golddraht traditioneller fränkischer Weihnachtsschmuck hergestellt wird?

Wie interessant und spannend das sein kann, zeigen Ihnen am 1. und 2. Adventssonntag Mitarbeiter des Fabrikmuseums Roth: Sie führen vor, wie feine Gold- und Silberdrähte als "Plätt" zu prächtigen Stickereien, Borten und Schmuckbändern weiter verarbeitet wurden. Kein Wunder, dass diese glänzenden Zierbänder gerade in der festlichen Weihnachtszeit als Schmuck für Adventskranz und Christbaum äußerst beliebt waren. Und natürlich band man sie gerne zu goldenen oder silbernen, leuchtenden Schleifen um die Geschenke.

Wenn Sie ihre Weihnachtspäckchen "typisch fränkisch" dekorieren möchten, finden Sie im Sortiment der verschiedenen Bänder und Schmuckfäden garantiert das Passende. Alle kleinen und großen Besucher haben außerdem die Möglichkeit, ihren persönlichen fränkischen Christbaumschmuck selbst zu basteln und die aus Silberplätt gedrehten "Eiszapfen" für 0,20 EUR pro Stück nach Hause zu nehmen.

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