museen der stadt nürnberg

Die wichtigsten Ausstellungen und Veranstaltungen des Museum Industriekultur im Jahr 2005.

Museum Industriekultur

Archiv 2005

Der ehemalige Kunstbunker unterhalb der Kaiserburg.

Beklemmende Orte

Bunker in Nürnberg, fotografiert von Herbert Liedel
Fotoausstellung

2. Februar bis 9. März 2005

1940 begann man in Nürnberg, wie in vielen anderen Städten, im Rahmen des "Luftschutz-Führerprogramms" mit dem Bau bombensicherer Bunker für die Zivilbevölkerung. Dabei entstanden 15 Hoch- und 6 Tiefbunker mit einem Fassungsvermögen von rund 17.000 Personen.

Parallel zu den Bunkern des "Luftschutz Programms" baute die Reichsbahn zwei Bunker im Hauptbahnhof und den so genannten Basa-Bunker an der Sandstraße unter dem heutigen DB-Museum. Bei den Siemens-Werken entstanden Mitte 1941 je ein Bunker an der Humboldt- bzw. Landgrabenstraße für den Werkluftschutz.

Seit Jahrzehnten ist der Fotograf Herbert Liedel auf der Suche nach Motiven in seiner Heimatstadt Nürnberg. Dabei interessiert er sich vor allem für das unbekannte Nürnberg abseits der Touristenpfade. Im Zuge seiner Recherchen stieß er vor gut 10 Jahren auf das unterirdische Nürnberg: ein geheimnisvolles System von Kellern, Stollen und Gängen unterhalb der Sebalder Altstadt. Unter der Führung von Georg Hofmann vom Katastrophenschutzamt Nürnberg und Walter Herppich vom Verein Nürnberger Felsengänge e.V. erforschte er mit der Foto- und Filmkamera diese düstere und unheimliche Welt.

Russland-Impression von Gerd Dollhopf.

Grenzenlos - Photographische Perspektiven zur EU-Erweiterung

Gemeinschaftsausstellung im Rahmen des Großraumprojektes "Kultur plus 10" im Museum Industriekultur, Künstlerhaus-K4 und Gemeinschaftshaus Langwasser

8. April bis 29. Mai 2005

Seit dem 1. Mai 2004 gehören Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, die Slowakei, Slowenien, Ungarn, Malta und Zypern zur Europäischen Union, ab 2007 sollen Rumänien und Bulgarien folgen, langfristig sollen weitere südosteuropäische Länder dazustoßen.

Diese Erweiterung ist auch aus kultureller Sicht eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Viel zu wenig ist über die zehn neuen Mitgliedsländer bekannt, die Menschen, die Kulturen, die gesellschaftlichen Situationen, die Ideen, Hoffnungen und Perspektiven. Zu oft verstellen Vorurteile und Gleichgültigkeit den Blick auf den faszinierenden kulturellen Reichtum, den es dort zu entdecken gilt.

Die Ausstellung "Grenzenlos" zeigt Arbeiten der Nürnberger Fotokünstler; Günter Derleth, Gerd Dollhopf, Karin Günther, Oliver Heinl, Christian Höhn, Lajos Keresztes, Herbert Liedel, Jutta Missbach, Reinhard Kemmether, Horst Schäfer, Petra Simon (Klang von Michael Pfisterer), Thomas Sternberg und Herbert Voll.

Ihre Bilder sind zeitgleich im Museum Industriekultur, dem Gemeinschaftshaus Langwasser und dem Künstlerhaus-Kulturzentrum K4 zu sehen. Damit präsentieren anlässlich einer thematischen Ausstellung diese drei städtischen Institutionen erstmals eine gemeinsame Ausstellung, die sich dem Medium Fotografie widmet. Drei unterschiedliche Ausstellungsorte geben der Fotografie Raum zur Entfaltung und verweisen auf ihre vielfältigen Möglichkeiten in der Gegenwartskunst sowie auf ihre Bedeutung als ein leitendes Medium der kulturellen und politischen Aufklärung.

Das Pressefoto aus dem Irak-Krieg zeigt eine gängige Bildmanipulation: die bewusste Wahl von Ausschnitten.

Bilder, die lügen

Wanderausstellung der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland im Museum Industriekultur

14. Juli 2005 bis 15. Januar 2006

Wir alle leben in einer "Welt von Bildern". Wo wir auch hinsehen, wo wir uns bewegen, sind wir von ihnen umgeben. Bilder begegnen uns täglich in der Werbung, in der Politik, im Journalismus. Besonders Fotografien und Fernsehbilder - so scheint es - produzieren ein originalgetreues und vermeintlich objektives Abbild der Realität, sie prägen unser "Bild" von der Welt.

Die Wanderausstellung "Bilder, die lügen" fragt nach der Objektivität von Bildern und zeigt Grundmuster der Manipulation von und mit Bildern. Der Besucher taucht ein in ein "Lügen-ABC": von "A wie Aktuelles" über "K wie Kalter Krieg" zu "Z wie Zukunft".

Die bekannteste Methode, ein "Lügen-Bild" zu erschaffen, ist es, Fotos zu manipulieren. Dieser direkte Eingriff in das Bildmaterial wird noch heute vor allem von totalitären Systemen genutzt. Bilder können aber auch durch Informationen lügen: Nicht allein die Bilder, sondern erst die begleitende Kommentierung macht manche journalistischen Beiträge zur Lüge. Ein weiteres Grundmuster ist die "Lüge mit Bildern", die geschickte und manipulative Zusammenstellung von Einzelbildern.

Zahlreiche Bilder und Objekte veranschaulichen die Bandbreite des Themas. Ergänzt wird die Ausstellung durch ein attraktives Begleitprogramm sowie verschiedene museumspädagogische Angebote des Kunst- und Kulturpädagogischen Zentrums der Museen in Nürnberg (KPZ).


Guck’ mal, was du kaufst: spannende Spurensuche im Museum Industriekultur.

Guck’ mal, was du kaufst: spannende Spurensuche im Museum Industriekultur

Eine Mitmachausstellung für Kleine und Große des Kindermuseums im FEZ-Berlin zu Gast im Museum Industriekultur.

18. Oktober 2005 bis 1. Januar 2006

Rein durchs Drehkreuz, Wagen in die Hand und Augen auf! Hier sind kleine und große Konsumenten mit Köpfchen gefragt. In unserer Mitmachausstellung "Guck’ mal, was du kaufst!" trefft ihr auf eine ungewöhnliche Einkaufspassage voller Überraschungen und erlebt ein Shopping der besonderen Art.

Weißt du eigentlich, was der Prüfstempel auf dem Überraschungs-Ei bedeutet? Oder warum der Film "Findet Nemo" erst ab 6 Jahren zugelassen ist?

Ob als Supermarktdetektiv, Filmprüfer oder Waren-Tester: Hier erfährst du jede Menge rund um das Thema Ernährung und Verbraucherschutz. Und wetten: Auf viele Fragen haben auch die meisten Erwachsenen keine Antwort!

Da gibt es einen echten Supermarkt mit sprechenden Kartoffelsäcken, die Große Galerie des Konsums mit Bobby, dem vierbeinigen Verbraucher, und einem goldenen Einkaufswagen im Tempel der Wünsche.

An der Wasserbar kannst du dir einen Drink genehmigen, dich im Museum der Dinge auf Spurensuche nach den modernen Marken begeben oder die Treppenstufen zum Thron des Königs erklimmen.

Nachhaltiger Einkauf und Produktzertifizierung, die Arbeit der Stiftung Warentest, eine Zitronenbatterie im Labor der Zukunft oder die stapelbaren Riesenzuckerwürfel sind die Themen der Ausstellung. Spannende Fragestellungen und Mitmachmöglichkeiten bieten einen individuellen Zugang, sich genauer mit Verbraucherschutz auseinander zu setzen. Ziel ist es, junge Menschen spielerisch aufzuklären und ihnen einen kritischen Blick hinter die Produkte ihres täglichen Lebens zu ermöglichen.

Die museumspädagogische Betreuung erfolgt durch das Kunst- und Kulturpädagogischen Zentrum der Museen in Nürnberg (KPZ).

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