museen der stadt nürnberg

Die wichtigsten vergangenen Ausstellungen und Veranstaltungen des Stadtmuseums Fembohaus im Jahr 2004.

Stadtmuseum Fembohaus

Archiv 2004

Brigitta Heyduck: Feuer, Öl/Acryl,
2003.

Brigitta Heyduck - Einblicke

Brigitta Heyduck, die in Breslau geborene Künstlerin, kam 1955 nach Nürnberg und studierte bei Prof. Hermann Wilhelm an der Akademie der Bildenden Künste. 1961 wurde sie mit dem Förderungspreis der Stadt Nürnberg geehrt. Damals ein Novum: Erstmals erhielt eine Frau den begehrten Preis - zu jener Zeit durchaus nicht selbstverständlich. Und auch das war neu: Sie war erst vierundzwanzig Jahre alt. Zu jung, wie viele meinten, denn normalerweise bekamen Künstler diese Auszeichnung ab einem Mindestalter von vierzig Jahren. Traditionen wurden gebrochen, Regeln außer Kraft gesetzt - frischer Wind tat der Kunst und den Künstlern gut.

Unbeirrt ging und geht Brigitta Heyduck ihren Weg: wurde Künstlerin gegen den Wunsch des Vaters, widmete sich - anders als der Mainstream in der damaligen Kunst - früh der Landschaftsdarstellung, bereiste die griechischen Inseln vor anderen, ist ehrenamtlich sehr engagiert und bleibt trotz vieler Reisen ihrer Wahlheimat Nürnberg eng verbunden. In ihren Bildern spart sie den Menschen ganz aus, doch ist er geistig spürbar: als Betrachter seiner eigenen Spuren und der ihn umgebenden Natur.

Bereits zweimal war die Künstlerin im Albrecht-Dürer-Haus zu Gast: Vor 25 Jahren waren einhundert druckgraphische Werke aus den Jahren von 1957 bis 1979 zu sehen, und zuletzt, 1995, präsentierte dort Brigitta Heyduck unter dem Titel "Weltentiefen" dreißig farbkräftige, zuweilen monumental wirkende Werke in Öl/Acryl. Das Albrecht-Dürer-Haus beendete mit diesem Highlight eine lange und erfolgreiche Reihe anspruchsvoller Kunstausstellungen. Die Verpflichtung gegenüber der zeitgenössischen Kunst Nürnbergs wurde von den museen der stadt nürnberg jedoch nicht aufgegeben, sondern an anderem Ort noch energischer betrieben. Im Zuge der Wiedereröffnung des Stadtmuseums Fembohaus entstanden im Erdgeschoss größere und bessere Möglichkeiten für die Präsentation zeitgenössischer Kunst.

Im dortigen Ausstellungsforum hat nun Brigitta Heyduck die Gelegenheit, ihre aktuellen, zum Teil noch nie gezeigten Werke in einem größeren Rahmen der Öffentlichkeit vorzustellen.

"Brigitta Heyduck - Einblicke" stellt sechzig überwiegend neueste Arbeiten aus den Jahren 1999 bis 2003 in den Vordergrund. Daneben zählen zwölf Kaltnadelradierungen aus dem Jahr 1965 zur Ausstellung, die noch nie in der Öffentlichkeit gezeigt wurden: Impressionen vom Wiederaufbau Nürnbergs.

Die Themen der in jüngerer Zeit entstandenen Werke lauten Rasenstück - Hommage à Dürer, Felder, Gärten, Blumen, Vier Elemente, Tibet und Guilin.

Zur Ausstellung erschien ein Katalog (150 Seiten, davon 50 ganzseitige Farbabbildungen) zum Preis von 24 Euro.

Duftende Gewürze - sinnliches
Erlebnis pur.

Scharfmacher und Mildtäter - Die geheimnisvolle Welt der Gewürze

Deutsches Museum zu Gast im Fembohaus

23. April bis 19. September 2004

Muskat, Zimt, Nelken, Kardamom - Wer denkt da nicht an exotische Länder, abenteuerliche Reisen, Träume aus Tausendundeiner Nacht?

Arznei, Droge, Aphrodisiakum, Gaumenkitzel - Gewürze sind so vielfältig wie ihre Düfte, Geschmacksnoten und Einsatzmöglichkeiten. Ein Streifzug durch die geheimnisvolle Welt der Gewürze beantwortet viele Fragen: Wie kamen die Gewürze zu uns? Wie würzte man in vergangenen Zeiten? Welche Inhaltsstoffe sind in Gewürzen enthalten? Wo und wie werden sie gewonnen? Und welche geheimen Würzkünste verwandeln unsere Speisen zu wunderbaren Gaumenfreuden?

Mit "Scharfmacher und Mildtäter - Die geheimnisvolle Welt der Gewürze" hat das Stadtmuseum Fembohaus ein Festival für die Sinne nach Nürnberg geholt. Der im Ausstellungsforum des Fembohauses gezeigte Streifzug durch die Welt der Gewürze mit ihren kulturgeschichtlichen, naturwissenschaftlichen und medizinischen Aspekten ist vom Deutschen Museum übernommen und war bereits mit großem Erfolg in München zu sehen.

Für das Stadtmuseum Fembohaus wurde die Schau um einen speziellen Nürnberg-Teil ergänzt, denn Nürnberg war im Mittelalter die Stadt der Gewürze schlechthin: Da sie als Schnittstelle der großen Handelsstraßen eine zentrale Rolle beim Safranhandel spielte, sind zum einen Zeugnisse zu sehen, die die Nürnberger "Safran-Schau" illustrieren. Zum anderen werden die drei berühmten Nürnberger Gewürz-Spezialitäten gewürdigt: Bratwurst, Lebkuchen und Glühwein.

Bereichert wird die Präsentation außerdem durch ein eigens für Nürnberg entwickeltes spannendes und variantenreiches Begleitprogramm:

Unter dem Motto "Riechen und Schmecken" gastieren die beiden Spitzenköche Andree Köthe und Yves Ollech vom Essigbrätlein mit ihrer Gewürzküche im Stadtmuseum Fembohaus. Bei ihren Vorführungen mit anschließender Verkostung können Besucher die Geheimnisse des Würzens aus erster Hand erfahren.

"Bitter und süß - Kochen, Würzen und Essen im Film": Der bekannte Nürnberger Journalist und Filmhistoriker Herbert Heinzelmann lädt zu einer kurzweiligen kulinarischen Spurensuche durch die Kinogeschichte ein: Schlüsselszenen aus "Chocolat", "Satyricon", "Das große Fressen", "Bittersüße Schokolade", "Eat Man Drink Woman" oder "Goldrush" sind nur einige der cineastischen Highligths...

Kurzweilige wissenschaftliche Vorträge vermitteln wertvolle Gesundheits- und Ernährungstipps und verraten Unbekanntes über die Geschichte einzelner Gewürze und deren Anwendung als Heil-, Zauber- oder Liebesmittel.

Für Schulklassen gibt es für die verschiedenen Jahrgangsstufen entwickelte spannende Themenführungen des Kunst- und Kulturpädagogischen Zentrums (KPZ): "Mit allen Sinnen", "Scharf wie Chili", "Eine kulinarische Geschichte" oder "Safran - echt oder falsch?".

Kindergartenkinder dürfen auf eine "Reise durch die Zauberwelt der Gewürze" gehen und bei diesem altersgemäßen sinnlichen Erlebnisprogramm mit Tänzen und Liedern viel Spaß haben.

Erwachsene erleben auf speziellen Führungen mit Verkostung das Reich der Gewürze mit allen Sinnen. Und vieles mehr ...

Der von Frau Dr. Elisabeth Vaupel, Deutsches Museum, verfasste Katalog "Gewürze - Acht kulturhistorische Porträts", München 2002, 144 S., ist für EUR 14,95 an der Kasse des Stadtmuseums Fembohaus erhältlich.

Franz Vornberger, Blaues Blut.

Franz Vornberger - aktuelle Arbeiten

Ausstellung der Gemälde- und Skulpturensammlung der museen der stadt nürnberg im Stadtmuseum Fembohaus zum 85. Geburtstag
15.Oktober bis 28.November 2004

Franz Vornberger gehört zu der Generation von Künstlern, die von den Ereignissen des Zweiten Weltkriegs unmittelbar geprägt wurden und diese Erfahrungen zur Basis ihres künstlerischen Schaffens machten. Seine aktuellen Arbeiten sind frisch, kraftvoll und voller Leben, seine Themen von universaler Gültigkeit: der Mensch, die Landschaft, die Natur.

Die Ausstellung im Stadtmuseum Fembohaus geht weit über eine reine Werkschau hinaus, denn sie ermöglicht auch einen Einblick in die Arbeitsweise des Künstlers Franz Vornberger. Da die meisten seiner Werke auf den Tag genau datiert sind, werden seine parallel gefertigten und seine zeitlich aufeinander folgenden Arbeiten identifizierbar. In der Ausstellung werden auch erstmals seine großen, ganz neuen Gemälde gezeigt. Franz Vornbergers Arbeiten leben aus der Spannung zwischen jahrzehntelangem künstlerischen Schaffen und aufmerksamer und kritischer Wahrnehmung der Welt.

Franz Vornberger ist ein Künstler der Neuen Fränkischen Galerie. Mit dieser Ausstellung soll auch seine lange engagierte und fruchtbare Tätigkeit für die hiesige Kunstszene gewürdigt werden.

Zur Ausstellung erschien ein Katalog mit den aktuellen Arbeiten aus der Ausstellung und einem Verzeichnis der Arbeiten von Franz Vornberger in der Neuen Fränkischen Galerie. Der Katalog ist für 10 Euro an der Museumskasse erhältlich.

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