
Wer mehr über künstlerische Techniken der Zeit Albrecht Dürers wissen will, der kann im zweiten Obergeschoss in der vollständig rekonstruierten und eingerichteten Werkstatt das Entstehen der Dürer-Werke nachvollziehen: Hier erfährt der Besucher viel Interessantes über die Tricks der damaligen Farbgewinnung und -herstellung, über die grafischen Künste, über den Formschneider und den Kupferstecher.
Fachleute geben hier regelmäßig Vorführungen und laden ein, Dürers Techniken auch einmal selbst auszuprobieren. Die Werkstatt war groß genug, dass hier mehrere Gesellen und Lehrlinge ihren Platz fanden. Naturkundliche Sammlungsobjekte und Raritäten im Schrank geben Zeugnis von Dürers Forscherdrang und zeigen, wie die persönliche "Wunderkammer" des Künstlers ausgesehen haben könnte.

Einblicke in die Entstehung eines Kupferstichs, vom Entwurf bis hin zum fertigen Werk, erhalten Sie durch die Künstlerin Sofia Fränkl. Mit sicherer Hand lässt Sie mit dem Grabstichel Linie für Linie ein Gesamtbild in der Kupferplatte entstehen. Einfärben und Abziehen der Platte sind weitere Schritte zur Fertigstellung des Kupferstichs.

Gegenüber der Werkstatt befindet sich, neben einer zweiten, jedoch spärlicher eingerichteten Küche - wohl die Farben- oder Leimküche - ein kleines Kabinett. Hier wird gedruckt!
Mehrmals am Tag finden Druckvorführungen auf der großen Hochdruckpresse statt, die für die Vervielfältigung von Holzschnitten konstruiert worden war. Sie ist im Dürer-Jahr 1971 anlässlich des 500. Geburtstags des Künstlers nach einer Zeichnung Albrecht Dürers nachgebaut worden.
Die Besucher können beim Drucken selbst Hand anlegen und sogar einen der frischen Drucke mit Dürer-Motiven mit nach Hause nehmen.