museen der stadt nürnberg

Die wichtigsten vergangenen Ausstellungen und Veranstaltungen des Albrecht-Dürer-Hauses im Jahr 2010.

Albrecht-Dürer-Haus

Archiv 2010

Albrecht Dürer: Geburt Christi, 1511.
© Graphische Sammlung, museen der stadt nuernberg
Lovis Corinth: Weihnachten, o.J., Radierung.
© Graphische Sammlung, museen der stadt nuernberg

Weihnachten. Grafik der Städtischen Sammlungen aus fünf Jahrhunderten

25. November 2009 bis 31. Januar 2010

Wer sich vom Trubel des Christkindlesmarkt erholen möchte, findet ganz in der Nähe ein besonderes Angebot: Die Graphische Sammlung der Stadt Nürnberg zeigt im Ausstellungsraum des Albrecht-Dürer-Hauses ca. 30 Originalgrafiken aus fünf Jahrhunderten, die alle dem Themenkreis Weihnachten entstammen. Beginnend mit einem Holzschnitt von Dürer selbst, kann man hier in aller Ruhe betrachten, wie sich Künstler bis in die Gegenwart die Geburt Christi, die Anbetung der Könige und der Hirten vorgestellt haben. Es werden kostbare Drucke, aber auch einige besonders schöne Handzeichnungen zu sehen sein.

Die kleine Ausstellung mit ausgewählten Werken soll kleine und große Besucher ebenso niveau- wie stimmungsvoll durch die "stille Zeit" begleiten. Kurze Texte zum Künstler und zum Kunstwerk geben eine knappe Hinführung zu den einzelnen Blättern.

Gezeigt werden Bilder folgender Künstler:

  • Albrecht Dürer
  • Marcantonio Raimondi
  • Hans Schäufelein
  • Jan Wierix
  • Isaac van Waesberge
  • Paul Goettich
  • Carl Ferdinand Mayer
  • Maria Katharina Prestel
  • Johann Michael Voltz
  • Rudolf Carl Gottfried Geißler
  • Lovis Corinth
  • Max Biebl
  • Rudolf Schiestl
  • Ottohans Beier
  • Konrad Christian Volkert
  • Michael Matthias Prechtl
  • Andreas Koechler
  • Gabriela Dauerer

Genauere Informationen zu den einzelnen Grafiken haben wir in einem PDF-Dokument zusammengestellt.
Download Link Kurzbeschreibung der Kunstwerke
PDF-Datei (46 KB)
<http://www.museen.nuernberg.de/download/download_duererhaus/grafiken_weihnachten.pdf>

 

"Schaustück" des Monats Februar 2010: Abguss des Gesichts vom Standbild Albrecht Dürers in Nürnberg (Ausschnitt) nach Christian Daniel Rauch (Modell) und Jacob Daniel Burgschmiet (Bronzeguss). Gips, 2009

Schaustück des Monats Februar 2010
Abguss des Gesichts vom Standbild Albrecht Dürers in Nürnberg

nach Christian Daniel Rauch (Modell) und Jacob Daniel Burgschmiet (Bronzeguss)
Gips, 2009

Auch im Jahr 2010 setzen wir unsere beliebte Sonderreihe "Schaustück des Monats" fort, in der wir Ihnen herausragende Exponate aus dem Besitz der Stadt Nürnberg vorstellen.

Der Februar ist dem Abguss des Gesichts vom Standbild Albrecht Dürers in Nürnberg nach Christian Daniel Rauch (Modell) und Jacob Daniel Burgschmiet (Bronzeguss) aus dem Jahr 2009 gewidmet, der vom 2. bis zum 28. Februar 2010 im Albrecht-Dürer-Haus zu sehen ist.

Unser heutiges Dürerbild ist vom Heroenkult des 19. Jahrhunderts geprägt. In ihm spiegelt sich das Aufkommen und Anwachsen des deutschen Nationalbewusstseins seit den Napoleonischen Kriegen. Mit wachsender Verehrung und Verklärung Dürers entstand ein verstärkter Bedarf an entsprechenden Bildnissen, die dem Zeitgeschmack entsprachen. Einer der Prototypen dafür stammte von der Hand eines der bedeutendsten Bildhauer des Klassizismus: Christian Daniel Rauch, der das Modell für das Standbild auf dem Albrecht-Dürer-Platz schuf. Dieses goss der bedeutende Nürnberger Bildhauer und Erzgießer Jacob Daniel Burgschmiet 1849 in Bronze. Im Sommer 2009 wurde von diesem Nürnberger Dürer-Denkmal ein Silikonabdruck des edlen Hauptes genommen. Ergebnis dieser Maßnahme war ein Gipsabguss des markanten Gesichts, der nun im Albrecht-Dürer-Haus zu bewundern ist.

Für interessierte Museumsbesucher, die mehr über das Standbild, den Gipsabguss und seine Geschichte erfahren möchten, haben sich die städtischen Museen ein ganz besonderes Serviceangebot einfallen lassen:

Im Rahmen der Präsentation des Februar-Schaustücks bietet Dr. Thomas Schauerte, Leiter des Albrecht-Dürer-Hauses und der Grafischen Sammlung der Stadt Nürnberg, zwei kostenlose Spezialführungen an:

Donnerstag, 18. Februar 2010:
19 Uhr
Sonntag, 28. Februar 2010:
14 Uhr

 

Blaue Nacht im Albrecht-Dürer-Haus
"Ich bin dann mal unterwegs..."

Eine Schimpf- und Singrevue über aber ohne Dürer

15. Mai 2010, 20 bis ca. 23.30 Uhr

Albrecht hat sich mal wieder verabschiedet und ist unterwegs auf "Dienstreise". Doch das Leben im Dürer-Haus geht auch ohne ihn weiter:

Während Gattin Agnes die Geschäfte schmeißt und ihre Bediensteten auf Trab hält, bekommt das Haus Besuch von einem Gast aus dem Eisenbahnzeitalter. Kunstprofessor Wanderer aus dem 19. Jahrhundert will in seiner Epoche das Gebäude in ein Museum zu Ehren Dürers verwandeln. Seine Zeitreise ins 16. Jahrhundert nutzt er für "architektonische Vorplanungen".

Eine Ohrwurm-Revue mit Ausschnitten aus dem Museumstheater "Ein ehrenwertes Haus".
Dauer ca. 20 Minuten

Vorstellungen um 20, 21, 22 und 23 Uhr
im Kinosaal des Dürer-Hauses

Albrecht Dürer: Landauer Altar (Detail, rechts unten: Selbstporträt Dürers), um 1509-1516.
(Kunsthistorisches Museum, Wien)

Konfession à la mode?
Dürer und sein Werk zwischen altem Glauben und neuem Bekenntnis

Podiumsdiskussion mit Dr. Thomas Schauerte und Dr. Anna Scherbaum
Donnerstag, 24. Juni 2010, 18.30 Uhr

Im Zuge der "kulturprotestantischen" Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts und der ebenfalls evangelischen Nürnberger Lokalhistorie wird Dürer bis heute als mehr oder minder deutlich bekennender Protestant gesehen. Diese Vorstellung gerät ins Wanken, je intensiver man den Blick auf die historischen Details und auf das Verhalten seiner Zeitgenossen und Kollegen richtet. Wie zuverlässig sind die gängigen Vorstellungen von der konfessionellen Zugehörigkeit von Künstlern? War es für sie in dieser Zeit des Übergangs überhaupt notwendig oder sinnvoll, ein individuelles Bekenntnis zum neuen Glauben öffentlich zu machen?

Diese und weitere Fragen erörtern Dr. Thomas Schauerte, Leiter des Albrecht-Dürer-Hauses und der Grafischen Sammlung der museen der stadt nürnberg, und Dr. Anna Scherbaum, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Kunst- und Kulturpädagogischen Zentrum der Museen in Nürnberg (KPZ). Beide Gesprächspartner haben zum Werk Albrecht Dürers promoviert und sind ausgewiesene Experten der aktuellen Dürer-Forschung.

Die Moderation übernimmt Dr. Elzbieta Szczebak vom Caritas-Pirckheimer-Haus Nürnberg.

Der Eintritt ist frei.

Prof. Dr. Jürgen Müller

"Der Bauer als Silen - Überlegungen zu Dürers Bauernsatiren"

Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Müller
Mittwoch, 14. Juli 2010, 17 Uhr

Ziel der Analyse ist es, einen Zusammenhang zwischen der zweiten Venedigreise Dürers im Jahr 1505 und der zu diesem Zeitpunkt neu entstehenden Genrekunst in Europa herzustellen. Prof. Müller geht dazu der Frage nach, ob sich die Kupferstiche der Bauernsatiren aus dem Jahre 1514 auf Vorbilder beziehen lassen und ob diese frühen Beispiele einen nationalen Charakter aufweisen. Seinen Erkenntnissen zufolge stellen Dürers Kupferstiche den Beginn einer antiklassischen Kunst im Norden dar, bei der eine gewisse Skepsis gegenüber der Verabsolutierung antiker und italienischer Vorbilder angemeldet wird. Dies geschieht im Sinne einer ironischen Aussage, die ihre Kritik verschlüsselt und erst auf den zweiten Blick zu erkennen gibt.

Prof. Dr. Jürgen Müller ist nach Dozenturen in Marburg, Bordeaux, Paris und Berlin seit 2002 Inhaber des Lehrstuhls für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte an der Technischen Universität Dresden. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der deutschen und niederländischen Malerei von Spätmittelalter bis Barock. Unter seinen zahlreichen Publikationen finden sich aber auch Arbeiten zur Filmgeschichte. Derzeit ist er Fellow des Internationalen Kollegs für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie in Weimar.

"Schaustück" des Monats August 2010: Blatt aus dem Skizzenbuch des Johann Christoph Haller von Hallerstein. Nürnberg, um 1800.

Schaustück des Monats August 2010
Das Skizzenbuch des Johann Christoph Haller von Hallerstein

unterschiedliche Zeichenmaterialien auf Papier
Nürnberg, um 1800

Auch im Jahr 2010 setzen wir unsere beliebte Sonderreihe "Schaustück des Monats" fort, in der wir Ihnen herausragende Exponate aus dem Besitz der Stadt Nürnberg vorstellen. Der August ist dem Skizzenbuch des Johann Christoph Haller von Hallerstein gewidmet, das vom 1. bis zum 31. August 2010 im Albrecht-Dürer-Haus zu sehen ist.

Der bedeutende Nürnberger Grafiker Haller, 1771 als Mitglied einer der angesehensten Patrizierfamilien in Hiltpoltstein geboren, entdeckte schon früh seine Neigung zu den grafischen Künsten, der eine entsprechende Ausbildung folgte. Sein aus 58 Blatt bestehendes, sehr gut erhaltenes Skizzenbuch konnte vor kurzem aus Privatbesitz erworben werden. Das bisher gänzlich unpublizierte Werk enthält insgesamt 76 selbständige Zeichnungen und Skizzen, von denen etliche nachträglich auf Leerseiten des Bandes eingeklebt sind. Sie zeigen einen aufschlussreichen Querschnitt des vielfältigen Schaffens Hallers, angefangen von Anatomiestudien über Kopien nach Werken älterer Meister bis hin zu Erinnerungsblättern und Vorstudien zu seinen Radierungen und Exlibris. Vollkommen unbekannt waren bislang die hier ebenfalls festgehaltenen Trachtenstudien aus verschiedenen Schweizer Kantonen.

Für interessierte Museumsbesucher, die mehr über das Skizzenbuch, den Künstler und seine Geschichte erfahren möchten, haben sich die städtischen Museen ein ganz besonderes Serviceangebot einfallen lassen:

Im Rahmen der Präsentation des August-Schaustücks bietet Dr. Thomas Schauerte, Leiter des Albrecht-Dürer-Hauses und der Grafischen Sammlung der Stadt Nürnberg, zwei kostenlose Spezialführungen an:

Termine

Donnerstag, 12. August 2010:
17 Uhr
Sonntag, 29. August 2010:
14 Uhr

Albrecht Dürer: Bildnis der Philipp Melanchthon.

Eine Frage der Ehre: Dürer porträtiert Melanchthon

Vortrag von Dr. Thomas Schauerte

Dienstag, 5. Oktober 2010, 19.45 Uhr

Veranstaltungsort:
Nürnberger Akademie, Gewerbemuseumsplatz 2
Zimmer 3.11 (Vortragssaal im 3. OG)

Dr. Thomas Schauerte, Leiter des Albrecht-Dürer-Hauses und der Grafischen Sammlung der Stadt Nürnberg, spricht in seinem Vortrag über das Verhältnis von Albrecht-Dürer und Philipp Melanchthon:

Ist Dürers berühmtes Bildnis des Reformators und Humanisten Melanchthon ein Bekenntnis des Künstlers zur Reformation oder gar ein Dokument der persönlichen Freundschaft zwischen beiden? Während die ältere Forschung dies bisweilen euphorisch bejahte, ist inzwischen Skepsis eingekehrt. Der Vortrag widmet sich daher den Wandlungen in Dürers Haltung zum Luthertum und dem Phänomen der wechselseitigen Teilhabe am Ruhm des anderen in einer Hochphase humanistischer "Zweckfreundschaften".

Der Vortrag findet im Rahmen der Vortragsreihe des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg statt. Veranstalter sind der Verein für Geschichte der Stadt Nürnberg und das Bildungszentrum der Stadt Nürnberg.

Der Eintritt beträgt 7,00 EUR. Für Mitglieder des Geschichtsvereins ist der Eintritt frei.

Albrecht Dürer: Die Belagerung von Hohenasperg, 1519, Feder und Tusche, 312 x 436mm, Berlin, Kupferstichkabinett.
Susann Jungnickel M. A..

Dürer als Militärbeobachter?

Die Zeichnung "Belagerung des Hohenasperg" von 1519 und ihr historischer Kontext

Vortrag von Susann Jungnickel M. A., Bamberg
Donnerstag, 18. November 2010, 18 Uhr

Albrecht Dürer zeigt in seiner skizzenhaften Federzeichnung der "Belagerung von Hohenasperg" den Höhepunkt eines raschen Eroberungszuges des Schwäbischen Bundes in Württemberg. Hatte der Künstler, wie bisher angenommen, tatsächlich die heftigen militärischen Auseinandersetzungen als Augenzeuge beobachtet und sogleich diese scheinbar wenig anspruchsvolle "Reiseerinnerung" angefertigt? Der Vortrag zeichnet das historische Geschehen im Frühjahr 1519 nach und wirft einen neuen Blick auf die Zeichnung.

Susann Jungnickel

Studium der Kunstgeschichte, Denkmalpflege und Archäologie des Mittelalteralter und der Neuzeit an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.

2009 Magisterarbeit zum Thema "Die Belagerung von Hohenasperg. Zur Entstehung und Funktion einer Federzeichnung".

Seit 2008 Tätigkeit in der Lehre: Tutorium "Bildkünste" an der Universität Bamberg.

2009/2010 Arbeit den "Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum" zum Thema: "Die Burg in der bildenden Kunst".

Plakat der Ausstellung "Netzwerk Dürer".
© zur.gestaltung

Netzwerk Dürer

Kunst und Kommunikation im Zeitalter der Medienrevolution
31. Oktober 2010 bis 31. Januar 2011

Vernetzung ist nicht erst eine Erfindung der Gegenwart. Albrecht Dürer war eingebunden in die dichte kommunikative Verflechtung des europäischen Humanismus. Seine Werke sind zu einem kunsthistorischen Weltereignis geworden, das bis heute Millionen Besucher begeistert.

Die sich ab 1500 rasant verbreitenden Medien Buch, Druckgraphik und Briefkultur ermöglichten es den Menschen, standesübergreifend in Kontakt zu bleiben und einander Neuigkeiten aus Wissenschaft und Kultur zu vermitteln. Das ließ natürlich den Wunsch aufkommen, die Persönlichkeit des Briefpartners nicht nur schriftlich, sondern auch bildlich präsent zu haben. So erlebten zwei Kunstgattungen einen gewaltigen Aufschwung, weil sie klein und handlich waren: die Bildnismedaille und das druckgrafische Porträt.

Vor diesem Hintergrund gewinnen Dürers meisterhafte Kupferstich-Bildnisse von Pirckheimer, Erasmus oder Melanchthon eine völlig neue Qualität - es sind Bilder, mit denen und über die kommuniziert wurde.

Dürer unterhielt einen umfassenden Briefwechsel. Für die Ausstellung wurden Nürnberger Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, Dürers Briefe aus Italien an seinen Freund Willibald Pirckheimer vorzulesen. Der Besucher erfährt, was Dürer von den Italienern hält, wie er über seine Familie dachte oder was er alles für Pirckheimer in Venedig einkaufen musste.

In der direkten Gegenüberstellung mit unseren heutigen, sich ständig wandelnden Kommunikationssystemen will die Dürer-Stadt Nürnberg mit dieser Ausstellung vor allem eines zeigen: Die Teilhaber von Netzwerken sind im Bild und bleiben präsent - mitunter über Jahrhunderte.

Begleitprogramm zur Ausstellung

Angebote des Kunst- und Kulturpädagogischen Zentrums der Museen in Nürnberg (KPZ):

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung,
an folgenden Sonntagen, jeweils 15 Uhr

28.11.
Dr. Anke Reiß
05.12.
Dr. Alexandra Tasler
12.12.
Dr. Anke Reiß
19.12.
Andreas Puchta M.A.
30.01.
Dr. Ingeborg Seltmann

Weitere Führungen für Erwachsene:

Tel.
(0911) 13 - 31 238
E-Mail
erwachsene@kpz-nuernberg.de

Veranstaltungen für Schulklassen ab der 7. Klasse:

Tel.
(0911) 13 - 31 241
E-Mail
schulen@kpz-nuernberg.de

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