museen der stadt nürnberg

Die wichtigsten vergangenen Ausstellungen und Veranstaltungen des Albrecht-Dürer-Hauses im Jahr 2009.

Albrecht-Dürer-Haus

Archiv 2009

Eberhard Brügel: Monatsbild Juli, Bleistift 2007.
Eberhard Brügel: Monatsbild September, Bleistift 2007.
Eberhard Brügel: Monatsbild Dezember, Bleistift 2007.

Eberhard Brügel - Bleistifthommage an den Wald

24. Oktober 2008 bis 18. Januar 2009

Eberhard Brügel bevorzugt für seine "Waldarbeiten" den Bleistift. Immer wieder ist er erstaunt darüber, welche Bandbreite an Gestaltungsmöglichkeiten dieser an sich einfache Stift besitzt. "Analyse des Motivs und zeichnerisches Denken kennzeichnen die eine Seite meiner Arbeit, Faszination die andere: Licht- und Schattenzonen von tiefster Dunkelheit über dämmriges Helldunkel bis in eine strahlende Helligkeit, der Gegensatz von Nadel- und Laubwald, die fragil erscheinenden Gitter des winterlichen Geästs, die bizarren Formen der sich gegen den Himmel silhouettenhaft abzeichnenden Bäume, der Schleier der Nebelschwaden zwischen und hinter dunklen Tannen bilden ein unerschöpfliches Reservoir", äußert sich der 1940 in Nürnberg geborene Freiburger Künstler Eberhard Brügel zu seinen Waldbildern.

Sie zeigen keine bestimmten Orte, sondern beschränken sich auf den Wald in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen. Der Künstler beginnt seine Zeichnungen direkt vor dem Sujet, vollendet die detailliert ausgearbeiteten Blätter jedoch im Atelier. "Wandel der Beständigkeit - Monatsbilder Wald 2007" heißt eine Serie von 12 Zeichnungen, die den Wechsel der Jahreszeiten wiedergibt. Überdies sind einige Blätter zu sehen, die in den Kiefernwäldern in Nürnbergs unmittelbarer Umgebung entstanden sind.

Gegen den Willen seines Vaters, der ihn als Pfarrer sehen mochte, setzte es Eberhard Brügel durch, Kunst zu studieren, zunächst 1960-62 an der Kunstakademie in Stuttgart, dann 1962/63 in Berlin und schließlich 1964 in München. Anschließend studierte er 1965/66 Pädagogik in Stuttgart. Nach einer vierjährigen Tätigkeit als Lehrer an Schule und Hochschule wurde er 1970 auf die Professur für Kunstdidaktik an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg berufen.

In seiner künstlerischen Arbeit lag und liegt der Schwerpunkt auf der Zeichnung und der Druckgrafik, dem Holzschnitt und vor allem der Radierung. In der Druckgrafik entwickelte sich allmählich eine zunehmende Reduktion bis hin zur völligen Abstraktion, während sich in der Zeichnung weiterhin die gegenständliche Darstellung behauptete. Von der Farbe hat sich der Künstler Ende der 1970er Jahre verabschiedet, die er nicht als sein Metier ansah.

Eberhard Brügel machte sich einen Namen in 14 Einzelausstellungen renommierter Galerien und Kunstvereine, auch im Goethe-Institut in Kairo, sowie in unzähligen Gruppenausstellungen. 1985 erwarb er den ersten Preis beim Kunstwettbewerb der Landesgartenschau in Baden-Württemberg. Seine Werke wurden in überregionalen Zeitschriften veröffentlicht.

 

Blaue Nacht im Albrecht-Dürer-Haus
Himmel-Herrschafts-Zeiten

Dürers kleine Schimpf- und Singrevue

23. Mai 2009

Nürnberg, 15. Jahrhundert: während der Meister auf einer Messe weilt, müssen sich Frau Agnes und das Personal mit einem Zeitreisenden aus dem 19. Jahrhundert herumschlagen. Professor Wanderer will das Heim des Malers in ein Museum verwandeln...

Das historische Museumstheater präsentiert Ausschnitte aus "Ein ehrenwertes Haus" im musikalischen Schlagergewand. Darüber hinaus begrüßt auch heuer die Herrin die Besucher. Und in der Werkstatt wird ein eigens entworfener "Blaue-Nacht"-Kupferstich gedruckt.

Vorstellungen um 20.30, 21.30, 22.30 und 23.30 Uhr
im Kinosaal des Dürer-Hauses

"Hommage à Dürer" aus dem Zyklus "Melencolia II". Radierungen, 1970/71.
Bildnis Thomas Mann. Illustration aus "Unordnung und frühes Leid", Radierung, 2006.
Vom Stein. Strichätzung und Aquatinta, 1990.

Verwandlungen - Radierkunst von Christian Mischke

6. Februar bis 1. Juni 2009

Schon früh begeisterte sich Christian Mischke am grafischen Werk Albrecht Dürers. Mit seiner Überzeugung ALLES VERWANDELT SICH entstanden Radierungen aus feinstem Liniengeäst, in denen menschliche Körper, Tiere und Pflanzen und Landschaften fragmentarisch zu traumhaften Phantasiewelten verschmelzen. Andere Radierungen (mit Aquatinta) sind Albrecht Altdorfer gewidmet, bei denen in einer Donau-Landschaft die "Nymphae Danubii" wie Naturgeister auftauchen. Technisch raffinierte Farbradierungen erinnern an die Asien-Reisen des Künstlers. Im China-Zyklus ist jedem Bild ein Text, ein Sprichwort zugeordnet. In Mischkes neuestem Werk - 13 Illustrationen zu Thomas Manns Novelle "Unordnung und frühes Leid" - tritt die Verwandlung in ganz anderer Weise auf: Durch wiederholtes partielles Abschleifen und Neubearbeiten der beiden Druckplatten für eine Abbildung wächst eine Illustration aus der anderen. Christian Mischke gestaltete zahlreiche, wundersame Kartenspiele, Exlibris und Neujahrskarten.

Nürnberg war für Christian Mischke - 1944 in Grünberg/Schlesien geboren - nach dem Krieg von 1945 bis 1973 die zweite Heimat. Hier besuchte er die Schule, hier begann er 1963 sein Studium an der Akademie bei Fritz Griebel und hier stellte er 1969 - nach weiterem Studium in München, Salzburg, Wien - zum ersten Mal aus. Die Stadt Nürnberg verlieh ihm 1972 den Förderpreis. Bald folgten weitere Preise, viele in- und ausländische Ausstellungen und ebensolche Lehraufträge. Seit 1973 lebt er in München.

Die Ausstellung im Albrecht-Dürer-Haus zeigt etwa 50 Radierungen, unter anderen die frühen linearen Dürer-Paraphrasen (1971), Farbradierungen aus dem China-Zyklus (1984), Exlibris und Illustrationen zu einer Novelle von Thomas Mann (2008). Das Grundthema Christian Mischkes, Vertreter eines phantastischen wie poetischen Realismus, ist die "Metamorphose": Alles verwandelt sich, alles ist vieldeutig.

Kostenlose Führungen mit dem Künstler:

Sonntag, 22. März 2009:
12 und 14 Uhr
Donnerstag, 16. April 2009:
11 und 15 Uhr

Agnes Dürer lädt die Kinder in ihr Haus ein!.

Stadt(ver)führungen 2009
Dürer - Künstler - Könner

Sonderveranstaltungen im Albrecht-Dürer-Haus
19. bis 21 Juni 2009

Führung mit Agnes Dürer

20. Juni:
15 Uhr
21. Juni:
11 Uhr
20. Juni:
14 Uhr in englischer Sprache

Albrecht Dürers Ehefrau Agnes führt durch das Haus und erzählt vom Leben und Arbeiten in einem Künstlerhaushalt.

Zur Baugeschichte des Dürer-Hauses

20. Juni:
17.30 Uhr
21. Juni:
16 Uhr

Anlässlich notwendiger Restaurierungsarbeiten am Dürer-Haus erfolgte ab 1997 eine grundsätzliche Untersuchung der historischen Bausubstanz des Gebäudes. Marisia Conn und Claus Giersch vom Architekturbüro Conn und Giersch berichten über die neuen Ergebnisse der Haus- und Baugeschichte.

Zusatzinfo:
Am Sonntag berichtet Hans Gaab von der Nürnberger Astronomischen Gesellschaft im Anschluss an die 13-Uhr-Führung über die Dachluke im Dürer-Haus, welche Bernhard Walther als Beobachtungsstation diente.

Die Kunst des Würzens

21. Juni:
11 Uhr

Sehen Sie dem Nürnberger Spitzenkoch Andree Köthe über die Schulter, wenn er wie zu Dürers Zeiten Gewürze röstet, mahlt und zusammenstellt! Ein Genuss für die Sinne!

Treffpunkt:
Infohäuschen vor der Kugelapotheke am Sebalder Platz (geht dann zum Dürer-Haus)

Agnes Dürer lädt ein!

(für Kinder!)

19. Juni:
16 Uhr
20. Juni:
11 Uhr, 13 Uhr
21. Juni:
12 Uhr, 15 Uhr

Vor 500 Jahren erwarb Nürnbergs berühmter Maler Albrecht Dürer das heute nach ihm benannte Haus am Tiergärtnertorplatz. Seine Frau Agnes erzählt vom gemeinsamen Leben, Wohnen und Arbeiten mit dem Künstler in der damaligen Zeit.

Alles, was ich in Branntwein einlegen konnte, das male ich nun...

Das ganz besondere Leben der Maria Sibylla Merian

19. Juni:
19 Uhr, 20 Uhr
21. Juni:
19 Uhr, 20 Uhr

Maria Sibylla Merian, Tochter des Kupferstechers Matthäus Merian, hatte als Künstlerin und Wissenschaftlerin lange um Anerkennung zu kämpfen, wurde sie doch oft als "Blumen- und Raupenmalerin" abgewertet: Ihre Darstellungen aus Fauna und Flora aber zeugen gleichermaßen von hoher künstlerischer Begabung und wissenschaftlicher Genauigkeit. Goethe bewunderte ihre Arbeiten sehr. Von ihrer mutigen und große gesundheitliche Opfer fordernden Forschungsreise in die Regenwälder Südamerikas brachte sie unschätzbare Kostbarkeiten mit - eben teilweise in Branntwein eingelegt...

Barbara Bredow erinnert mit einer Lesung aus Tagebüchern und Biographien, welche durch Christine Riessners Lautenklänge musikalisch untermalt wird, an eine für ihre Zeit einzigartige Frau und Künstlerin.

Alle Veranstaltungen finden im Rahmen der diesjährigen Stadt(ver)führungen statt. Die Verkaufsstellen der Türmchen und weitere Informationen finden Sie unter
externer Link www.stadtverfuehrungen.nuernberg.de
<http://www.stadtverfuehrungen.nuernberg.de>

Albrecht Dürer im Einklang mit seinem Haus
© zur.gestaltung.

Blicke auf Dürer
Ein Universalgenie im 21. Jahrhundert

Jonathan Meese - Günter Grass - Volker Staab - Interbrand, Zintzmeyer & Lux

Eine mediale Annäherung
14. Juni bis 2. August 2009

Dürer ist aktuell wie nie. Nach langer Zeit der Spezialisierung wird der Ruf nach Generalisten heute wieder lauter. Als leuchtendes Vorbild kann das Universalgenie Albrecht Dürer gelten. Er war nicht nur als erfolgreicher Künstler ein gefeierter Graphiker und Maler, sondern auch Architekt, Wissenschaftler und Buchautor. In allen Belangen war er sein eigener Marketingexperte.

Wie kein anderer deutscher Künstler drang Dürer in immer neue Sphären vor. Nach einer Ausbildung zum Goldschmied in der väterlichen Werkstatt ging Dürer beim Maler Michael Wolgemut in die Lehre. Mit seinen graphischen Blättern und Zyklen erlangte er finanzielle Unabhängigkeit und konnte so vor 500 Jahren, am 14. Juni 1509, das Haus am Tiergärtnertor, wo er bis zu seinem Tod lebte und arbeitete, erwerben. Zentrales Element der Selbstvermarktung war das berühmte Monogramm "AD", das als Signatur und Copyright-Vermerk zum ersten Künstlerlogo wurde.

Die unterschiedlichen Felder, in denen Albrecht Dürer tätig war, werden nun aus der Perspektive des 21. Jahrhunderts beleuchtet:

Der Künstler Jonathan Meese widmet sich in seinem Beitrag der Rolle der Mutter als Muse, Mentor und Modell.

Günter Grass führt mit den beiden Dürer-Experten Matthias Mende und Peter-Klaus Schuster einen Diskurs über den künstlerischen Schaffensprozess im Spannungsfeld zwischen Motivation und Melancholie.

Das Büro Volker Staab Architekten setzt sich mit dem kontinuierlichen Wandel, dem das Albrecht-Dürer-Haus im Laufe der Jahrhunderte unterworfen wurde, auseinander. In einem animierten Clip geht es um die Metamorphose einer architektonisch-historischen Ikone.

Unter der Leitung von Jürgen Häusler lüftet Interbrand Zintzmeyer & Lux, eine der führenden Brandingagenturen der Welt, das Geheimnis der "Marke Dürer".

Für diese Annäherungen werden vier mediale Inseln in das bestehende Ambiente des Albrecht-Dürer-Hauses integriert.

Logos der Sponsoren
 

Das Projekt wurde finanziell ermöglicht durch die Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg. Wir danken der LOEWE AG Kronach und der LOEWE Galerie Ramser, Nürnberg, für die Bereitstellung der Bildschirmtechnologie.

Nähere Informationen zu den vom Kulturreferat der Stadt Nürnberg im Rahmen der Feierlichkeiten zu "500 Jahre Albrecht-Dürer-Haus" veranstalteten Dürer-Aktivitäten 2009
externer Link Albrecht-Dürer-Stadt Nürnberg
<http://www2.kubiss.de/~phpk205/duererstadt/index.php>

Josef Wintergerst: Apotheose
Albrecht Dürers, 1828
© museen der stadt nuernberg
Johann Adam Klein: Weidende Rinder und Schafe in italienischer
Landschaft, 1828, Aquarell.
© Graphische Sammlung, museen der stadt nuernberg

Aus Hochachtung und Anerkennung
Das Dürer-Stammbuch von 1828

2. August bis 1. November 2009

Zur Feier des 300. Todestages Albrecht Dürers am 6. April 1828 rief der hoch angesehene Nürnberger Kunstschuldirektor Albert Christoph Reindel (1784-1853) im September 1826 alle damals lebenden, deutschsprachigen Künstler auf, zu Ehren Dürers Arbeiten für ein "Stammbuch" einzureichen. Diesem Ruf folgten 57 Künstler mit insgesamt 130 Werken. Durch nachträglich eingegangene Arbeiten erhöhte sich diese Zahl letztlich jedoch noch auf 291.

Im Rahmen der Dürerfeier des Jahres 1828 wurde die Sammlung dann in einem Raum der Kaiserburg eröffnet. 1833 fand sie Quartier im Haus der ehemaligen Landauerschen Zwölfbrüderhausstiftung, 1875 gelangte sie in das Germanische Nationalmuseum.

Danach galt das "Dürer-Stammbuch" lange als verschollen, bis es 1973 schließlich wieder rekonstruiert werden konnte. Es besteht überwiegend aus Zeichnungen, Aquarellen und Druckgraphiken. Der kleine Bestand der Ölbilder, Skulpturen, Bücher und Medaillen ist jedoch verloren gegangen.

Anhand von dreißig graphischen Blättern gibt die Ausstellung einen repräsentativen Blick auf die stilistische und thematische Vielfalt der eingereichten Arbeiten. Unter anderen sind Zeichnungen von Künstlern wie Eduard Gaertner, Ludwig Emil Grimm, Johann Adam Klein, Johann David Passavant, Veit Hans Schnorr von Carolsfeld und Joseph Wintergerst zu sehen.

Die Werke des Stammbuches sind Eigentum der Stadt Nürnberg und werden in der Grafischen Sammlung der museen der stadt nürnberg und in der Sammlung des Germanischen Nationalmuseums aufbewahrt.

Titelbild Schaustück
"Schaustück" des Monats Dezember 2009: Lucas Kilian: Ehrentempel Albrecht Dürers (Ausschnitt). Kupferstich, 1617.

Schaustück des Monats Dezember 2009
Lucas Kilian: Ehrentempel Albrecht Dürers

Kupferstich, 1617

Auch im Jahr 2009 setzen wir unsere beliebte Sonderreihe "Schaustück des Monats" fort, in der wir Ihnen herausragende Exponate aus dem Besitz der Stadt Nürnberg vorstellen.

Der Dezember ist Lucas Kilians Kupferstich "Ehrentempel Albrecht Dürers" aus dem Jahr 1617 gewidmet, der noch bis zum 30. Dezember 2009 im Kinosaal des Albrecht-Dürer-Hauses zu sehen ist.

Dieser bemerkenswerte Kupferstich des Augsburger Künstlers, der rund hundert Jahre nach seinem Vorbild Albrecht Dürer gelebt hat, zeigt sich als ein Bild voller Mysterien: Dürer steht sich hier in rätselhafter Umgebung gleichsam selbst gegenüber. Was besagen all die technischen Gerätschaften und Symbole hinter ihm, was die nackte männliche Statuette und der leere Saal hinter dem Torbogen? Woher kommt der "Wahlspruch" auf der Tischkante, den Dürer niemals geführt hat, und schließlich: Warum ist das rechte der beiden Bildnisse mit 1517 datiert, wie uns auch die lateinische Inschrift darunter glauben machen will, obwohl das Gemälde, dem es entstammt, einwandfrei die Jahreszahl 1511 und eine völlig andere Inschrift trägt? Die Reihe der Fragen ist ebenso lang wie spannend und lohnt eine genauere Betrachtung dieses ungewöhnlichen Werkes.

Für interessierte Museumsbesucher, die mehr über den Kupferstich, seine Geschichte und den Künstler erfahren möchten, haben sich die städtischen Museen ein ganz besonderes Serviceangebot einfallen lassen:

Im Rahmen der Präsentation des Dezember-Schaustücks bietet Dr. Thomas Schauerte, Leiter des Albrecht-Dürer-Hauses und der Grafischen Sammlung der Stadt Nürnberg, zwei kostenlose Spezialführungen an:

Termine

Mittwoch, 2. Dezember 2009:
16 Uhr
Sonntag, 20. Dezember 2009:
14 Uhr

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