
Vortrag von Petra Schaefer M.A., Venedig
Montag, 30. April 2007, 19 Uhr
Wie aus einem Brief an seinen Freund und Mäzen Willibald Pirckheimer hervorgeht, war Albrecht Dürer sehr an der Anerkennung des berühmten venezianischen Malers Giovanni Bellini, genannt Giambellino gelegen.
Anhand einer detaillierten Untersuchung des Tafelgemäldes "Rosenkranzbild" (1506) für den Altar der deutschen Gemeinde in der Kirche S. Bartolomeo in Venedig wird dargelegt, welchen Einfluss die venezianische Tafelmalerei und insbesondere Giovanni Bellini auf das malerische Werk Albrecht Dürers ausübten.
Die in Venedig lebende Kunsthistorikerin Petra Schaefer promoviert an der Universität Basel über die "Werkstattpraxis des venezianischen Malers Vittore Carpaccio", einen Schüler Gentile Bellinis, Giovannis älteren Bruder. Als freie Mitarbeiterin der Deutsch-Italienischen Kulturgesellschaft ACIT Venezia ONLUS führte sie u.a. im September 2006 in die Ausstellung des Nürnberger Fotografen Herbert Liedel "Auf den Spuren Albrecht Dürers nach Italien" ein.

13. März bis 24. Juni 2007
Nicolas Poignons außerordentlich filigranen Linolschnitte, die wie feinmaschige, kontrastreiche Raster wirken, entstehen - ebenso wie seine zarten, tiefgründig-rätselhaften Silberstiftzeichnungen - aus der Erinnerung an bevorzugte Landschaften und Ausblicke. Der 1963 in Nancy geborene Künstler hält sich die Natureindrücke durch vor Ort angefertigte Zeichnungen im Gedächtnis. Im Atelier beschreibt er diese künstlerisch neu, so dass aus Intuition und hoher technischer Kunstfertigkeit freie Kompositionen entstehen.

Neues aus der Albrecht-Dürer-Forschung. Eine Veranstaltung des Kulturreferates der Stadt Nürnberg im Albrecht-Dürer-Haus
Samstag, 4. August 2007, 10 bis ca. 18 Uhr
Seit 2002, dem Jahr des 500. Geburtstages von Albrecht Dürers berühmtem Aquarell "Junger Feldhase", veranstaltet das Kulturreferat der Stadt Nürnberg an einem Wochenende im August ein gehobenes Kulturprogramm zu Ehren des bekanntesten Nürnberger Künstlers.
Im Dürer-Haus selbst finden zu diesem Anlass jährlich Vorträge renommierter Fachgelehrter aus dem In- und Ausland statt: 2007 feiert Dürers berühmtes Öldoppelbildnis "Adam und Eva", heute im Madrider Prado, seinen 500. Geburtstag.
| 10.00 Uhr |
Dr. Christian Schoen, Reykjavik 500 Jahre Dürers "Adam und Eva" Erstmals in der nordalpinen Kunst thematisiert die Darstellung von "Adam und Eva" den idealen Zustand des Menschen vor dem Sündenfall. Christian Schoen (* 1970), Promotion über Albrecht Dürers "Adam und Eva"; Direktor des CIA.IS (Center for Icelandic Art, Reykjavik). |
| 11.00 Uhr |
Anja Döbbelin, Nürnberg Der "Tod der Crescentia Pirckheimer" Ein Dürer - ja oder nein? Das Werk ist eine Komposition, die in vier verschiedenen Fassungen vorliegt. Alle tragen das Monogramm Albrecht Dürers - doch welche ist das Original? Anja Döbbelin (* 1981), Studium der Kunstgeschichte und italoromanischen Philologie, Universität Erlangen-Nürnberg. |
| 14.00 Uhr |
Dr. Anja Grebe, Nürnberg Der Dürer-Deal. Frühe Sammler, Kunsthändler und Fälscher in Nürnberg Viele Werke Albrecht Dürers wurden bereits zu seinen Lebzeiten kopiert, aber auch gefälscht. Der Vortrag spürt den Verflechtungen von Kunsthändlern, Sammlern, Kopisten und Fälschern des 16. Jahrhunderts nach. Anja Grebe (* 1968), freie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Germanischen Nationalmuseum, Lehrbeauftragte der Universität Erlangen-Nürnberg |
| 15.00 Uhr |
Dr. Reinhard Heinritz, Bamberg Dürer oder Raffael. Ein Kunststreit als Thema der literarischen Romantik In welchem Sinn kann Dürer vor der Renaissancemalerei in Italien bestehen? Raffaels Malerei ist sein allgegenwärtiger Gegenpol. Reinhard Heinritz (* 1954), Privatdozent für Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Universität Bamberg. |
| 16.00 Uhr |
Dr. Margit Kern, Berlin Dürer in Mexico Dürers Tagebuch ist zu entnehmen, dass er von Kunstgegenständen aus der Neuen Welt fasziniert war. Doch auch sein druckgrafisches Werk erfreute sich in Neuspanien, dem heutigen Mexico, im 16. und 17. Jahrhundert großer Beliebtheit. Margit Kern (* 1968), Wissenschaftliche Assistentin, Kunsthistorisches Institut der Freien Universität Berlin. |
| 17.00 Uhr |
Dr. Giovanni Maria Fara, Florenz Albrecht Dürers "Adam und Eva in der italienischen Kunst und Literatur der Renaissance und des Barock Thema ist der Einfluss von Albrecht Dürers Doppelbildnis Adam und Eva auf die italienische Kunst und Literatur. Giovanni Maria Fara (* 1969), Gymnasiallehrer für Kunstgeschichte, forscht am Istituto Nazionale di Studi sul Rinascimento in Florenz. |
Weitere Informationen zu den einzelnen Vorträgen sowie zu den Referentinnen und Referenten finden Sie unter:
Albrecht-Dürer-Stadt Nürnberg
Vortragsreihe zu "Adam und Eva"
<http://www.nuernbergkultur.de/duerer/vortraege.htm>

Albrecht Dürers Bildtafeln "Adam und Eva" werden 500
13. Juli bis 28. Oktober 2007
Noch ganz unter dem Eindruck der italienischen Kunst, begann Albrecht Dürer 1507 nach der Rückkehr von seiner zweiten Venedigreise in Nürnberg mit der Ausarbeitung zweier lebensgroßer Aktbilder von Adam und Eva. Nach Dürers Tod 1528 befanden sich die beiden Gemälde anfangs im Nürnberger Rathaus. Später gelangten sie über Prag und Stockholm in der Mitte des 17. Jahrhunderts nach Spanien und sind heute im Madrider Prado zu bewundern.
Das erste Menschenpaar wurde "aus der Maß" gemacht, das heißt, Dürer hatte es nach mathematischen Regeln konstruiert. Die beiden Gestalten sind, bei all’ ihrer atmenden Naturnähe, vor allem das Ergebnis der kunsttheoretischen Suche Dürers nach der vollendeten Schönheit. Heuer feiert Nürnberg - und die Welt - ihren 500. Geburtstag.
Die Ausstellung zeigt, wie sich der Künstler dem Adam-und-Eva-Thema genähert hat, aber auch welchen Einfluss seine Darstellungen auf die unmittelbaren Nachfolger bis etwa um 1600 ausübten.
Erst im 20. Jahrhundert beschäftigten sich moderne Künstler wie z.B. Paul Wunderlich oder Mike Gorman erneut mit dem Menschenpaar Albrecht Dürers. Einige dieser beispielhaften Arbeiten sind ebenfalls zu sehen.
Von den Originalen des Dürerschen Bilderpaares "Adam und Eva" ließ die Stadt Nürnberg im Jahr 1930 von Hans Otto Poppelreuther außerordentlich qualitätvolle Kopien anfertigen, die im Mittelpunkt der Sonderausstellung "Die Macht der Schönheit" stehen.

Die museen der stadt nürnberg präsentieren das
Albrecht Dürer
Nürnberg 1501-1505, 1510/11
20 Originalholzschnitte mit Texten auf 10 unzerschnittenen Bögen im Folioformat
Zum dritten Mal präsentieren die museen der stadt nürnberg in ihrer neuen Ausstellungsreihe "Schau-Stück des Monats" ein herausragendes Kunstwerk in städtischem Besitz: Der September 2007 ist der herausragenden Holzschnittfolge "Das Marienleben" von Albrecht Dürer im 3. Obergeschoss des Albrecht-Dürer-Hauses gewidmet.
Neben der "Apokalypse des Johannes" und der "Großen Passion" gehören die 20 Blätter des "Marienlebens" zu den bedeutendsten Holzschnitten Albrecht Dürers. Zunächst nur als Einzelblätter verlegt, erschien das "Marienleben" 1511 in Buchform. Mit einem ruhigen, volkstümlichen und fast humorvollen Unterton schildert Dürer das Leben der Gottesmutter in überaus ausdrucksvoller Weise. Seine eindrucksvolle Leistung in der Entwicklung der Technik und Interpretation des Mediums Holzschnitt lässt sich am "Marienleben" besonders anschaulich nachvollziehen.
Für interessierte Museumsbesucher, die mehr über die Ikonographie, die kunsthistorische Bedeutung, die beeindruckende künstlerische Leistung in der Technik der Holzschneidekunst und den Schöpfer dieser berühmten Holzschnittfolge erfahren möchten, haben sich die städtischen Museen ein ganz besonderes Serviceangebot einfallen lassen:
Im Rahmen der Präsentation des "Marienlebens" bietet die Leiterin des Albrecht-Dürer-Hauses, Dr. Jutta Tschoeke, zwei kostenlose Spezialführungen an: