
Ausstellung der Grafischen Sammlung im Albrecht-Dürer-Haus
20. Januar bis 30. April 2006
Die Ausstellung gibt einen Einblick in die vielfältige Sammlungstätigkeit der Albrecht-Dürer-Haus-Stiftung e. V. Nürnberg. Die ausgestellten Werke sind eine Auswahl der Neuerwerbungen der Stiftung seit 2001. In den letzten Jahren hat der Verein, der Zeugnisse der Wirkungs- und Verehrungsgeschichte Albrecht Dürers zusammenträgt und dokumentiert, vorrangig Original-Graphiken des Künstlers, aber auch Druckgraphiken einiger bedeutender Zeitgenossen wie Michael Wolgemut, Wilhelm Pleydenwurff und Israel van Meckenem erworben.
Die ausgestellten Arbeiten aus dem 19. Jahrhundert - Zeugnisse der Romantik - sind der Verehrung des Künstlers gewidmet. Eine Lithographie von 1828 zeigt die von Karl Friedrich Schinkel entworfene Dekoration anlässlich der dritten Säkularfeier von Dürers Todestag in der Singakademie in Berlin. Variationen, Paraphrasen und Zitate Dürerscher Themen präsentieren die Gemälde und Zeichnungen von zeitgenössischen Künstlern wie Winand Victor, Brigitta Heyduck, Frank Kortan und Stefan Kübler. Diese stehen stellvertretend für die neuzeitliche Dürer-Rezeption.

Dürer-Haus-Tagung, veranstaltet durch das Germanische Nationalmuseum und die museen der stadt nürnberg.
Vor dem 300. Todestag Albrecht Dürers erwarb die Stadt Nürnberg das bedeutende Bürgerhaus, zum 400. Geburtstag des Künstlers gründete sich die Albrecht-Dürer-Haus-Stiftung e.V. mit dem Ziel, das Haus auf Dauer zu erhalten. Doch erst zum letzten Jahrtausendwechsel gelang eine umfangreiche Bauuntersuchung, die nunmehr der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Erstmals können die museen der stadt nürnberg ihr wohl bekanntestes Haus, das Dürer-Haus, in einem baugeschichtlich nachvollziehbaren Zustand präsentieren.
Unabhängig davon begann das Germanische Nationalmuseum mit dem Konzept für ein Forschungsprojekt zum Werk und zur künstlerischen Herkunft Albrecht Dürers, zu denen es trotz - geschätzt - mehr als 25.000 Veröffentlichungen selbst zu Hauptwerken und Kernfragen weiterhin wichtige ungelöste Aspekte gibt. So ist z.B. die Frage nach der "Dürer-Werkstatt" noch nie in Verbindung mit dem Dürer-Haus gestellt worden, obwohl doch genau dort eben jene Werkstatt untergebracht gewesen sein muss.
Mit der Fachtagung zum Dürer-Haus bündeln die museen der stadt nürnberg und das Germanische Nationalmuseum ihre Kräfte, um den Stand der Forschung und die Fragen mit Fachleuten und interessierten Bürgern diskutieren zu können.
Eine Tagungspublikation ist zeitnah vorgesehen.
Informationen und Eintrittskarten für die Dürer-Tagung erhalten Sie direkt im Germanischen Nationalmuseum:
Germanisches Nationalmuseum <www.gnm.de>
Tel. (0911) 13 31 - 201
E-Mail: generaldirektion@gnm.de
| Freitag, 19. Mai 2006 | |
| 9.00 Uhr |
Eintreffen der Tagungsteilnehmer |
| 9.30 Uhr | Begrüßung mit Kaffee |
| 10.00 Uhr |
Dr. Ulrich Maly, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg Eröffnung der Tagung Dr. G. Ulrich Großmann, Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseums Einführung |
| 10.30 Uhr |
Dr. Konrad Bedal, Direktor des Fränkischen Freilandmuseums Bad Windsheim Stuben und Wohnräume in süddeutschen Bürgerhäusern |
| 11.15 Uhr |
Ulrich Klein M.A., Philipps-Universität Marburg, Arbeitsgruppe Marburger Mittelalterzentrum (MMZ) Zur Forschungsgeschichte des Albrecht-Dürer-Hauses |
| 12.00 Uhr | Diskussion |
| 12.30 Uhr | Mittagspause |
| 13.30 Uhr |
Dipl.-Ing. Eva Fritz, Claus und Robert Giersch, Büro für Architektur und Denkmalpflege, Fürth Das Dürer-Haus. Ergebnisse der Bauforschung und der archivalischen Untersuchungen |
| 14.30 Uhr |
Dr. Jutta Tschoeke, Leiterin des Albrecht-Dürer-Hauses Zur Neukonzeption des Museums im Albrecht-Dürer-Haus Diskussion |
| 15.30 Uhr | Kaffeepause |
| 16.00 Uhr | Fußweg zum Albrecht-Dürer-Haus |
| 16.30 Uhr |
Dr. Matthias Exner, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Zur Restaurierungsgeschichte und Fragen der Denkmalpflege beim Dürer-Haus in Nürnberg |
| 19.00 Uhr |
Dr. Franz Sonnenberger, Direktor der museen der stadt nürnberg Einführung zum Hirsvogelsaal Empfang der Stadt Nürnberg im Hirsvogelsaal |
| 20.30 Uhr | Möglichkeit zum gemeinsamen Abendessen (Bratwurströslein) |
| Samstag, 20. Mai 2006 | |
| 8.45 Uhr |
Einführung in das Programm des Tages |
| 9.00 Uhr |
Dr. G. Ulrich Großmann, Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseums Die Cranach-Werkstätten in Wittenberg (Künstlerhäuser außerhalb Nürnbergs) |
| 9.30 Uhr |
Dirk de Vries Das Rembrandt-Haus in Amsterdam (Künstlerhäuser außerhalb Nürnbergs) |
| 10.15 Uhr |
Dürer im Original Besichtigung der Dürer-Werke in der Ausstellung "Faszination Meisterwerk" im Germanischen Nationalmuseum |
| 11.00 Uhr |
Dr. Daniel Hess, Germanisches Nationalmuseum Dürers frühe Werkstatt - Dürer, Baldung und Zeitgenossen |
| 11.45 Uhr |
Dr. Anja Grebe, Germanisches Nationalmuseum Dürers Ich-AG. Überlegungen zur späten Dürer-Werkstatt |
| 12.30 Uhr | Schlussdiskussion |
| Gegen 14.00 Uhr | Tagungsende |

Veranstaltungen im Albrecht-Dürer-Haus anlässlich der Blauen Ball Nacht 2006.
Samstag, 27. Mai 2006, ab 20 Uhr
Während der Blauen Nacht, die anlässlich der WM 2006 unter dem Motto "Blaue Ball Nacht" steht, können sich die Besucher des Dürer-Hauses rätselnd bei einem Dürer-Quiz vergnügen und sich außerdem den Film "Wanderlust" des in München lebenden Künstlers Michael Runschke ansehen. Zahlreiche Vorführungen und Mitmach-Aktionen in der Werkstatt und an der Druckpresse der Dürer-Zeit machen den Besuch des Dürer-Hauses zum spannenden Erlebnis für Groß und Klein.

12. Mai bis 13. August 2006
Vor dem 300. Todestag Albrecht Dürers erwarb die Stadt das bedeutende Bürgerhaus, zum 400. Geburtstag gründete sich die Albrecht-Dürer-Haus-Stiftung e.V., mit dem Ziel, das Haus auf Dauer zu erhalten. Doch erst zum letzten Jahrtausendwechsel gelang anlässlich einer umfangreichen Dachsanierung eine komplette Bauuntersuchung, die nunmehr der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Erstmals können die museen der stadt nürnberg das Dürer-Haus in einem baugeschichtlich gut nachvollziehbaren Zustand präsentieren.
Dies geschieht anhand einer Ausstellung, die sich über alle Stockwerke des Hauses erstreckt. Ein Begleitheft dokumentiert nicht nur die Baugeschichte, sondern auch die facettenreiche Nutzung des Künstlerhauses.
Während einer Tagung im Germanischen Nationalmuseum am 19. und 20. Mai 2006 wird die Baugeschichte unter dem Titel "Das Dürerhaus. Neue Ergebnisse der Forschung" in einem größeren Fragenkomplex diskutiert.

Der Künstler Michael Runschke auf Dürers Spuren - filmisch und grafisch
18. August bis 5. November 2006
Eine geschichtlich dokumentierte Überschwemmung der Etsch im Jahr 1494 zwang Albrecht Dürer während seiner ersten Venedigreise zu einem Umweg. Es wird vermutet, dass er auf der Strecke von Nürnberg über Innsbruck südlich von Bozen ab St. Florian bei Neumarkt/Egna einen unwegsamen Pfad nach Segonzano einschlug. Auf diesem aus der Römerzeit stammenden Weg zeichnete der junge Künstler nachweislich drei Landschaftsaquarelle.
Eben jenen Wegabschnitt filmisch nachzuspüren, war im August 2005 das künstlerische Interesse von Michael Runschke (geb. 1949 in Berlin). Es ist nicht der Versuch einer wissenschaftlichen Dokumentation, sondern eine assoziative, narrative und auch humorvolle Annäherung zu Teilen aus Dürers Gesamtwerk.
Dabei entstanden auch zwanzig Übermalungen des Kupferstiches von Albrecht Dürer "Das Große Glück" (Nemesis) aus dem Jahr 1504. Es sind bildliche Notizen und Wahrnehmungen der Wanderung auf Nachdrucken des Werkes (450 g/qm Papier, Tiefdruck). Die Schicksalsgöttin der Griechen steht hier hoch über einer Alpenlandschaft und dem Städtchen Klausen in Südtirol. Die heute verschollene Vorzeichnung des zehn Jahre später geschaffenen Stichs fertigte Albrecht Dürer ebenfalls 1494/95, auf jener ersten Italienreise.

Neues aus der Albrecht-Dürer-Forschung. Eine Veranstaltung des Kulturreferates der Stadt Nürnberg im Albrecht-Dürer-Haus
Samstag, 5. August 2006, ab 20 Uhr
Seit 2002, dem Jahr des 500. Geburtstages von Albrecht Dürers berühmtem Aquarell "Junger Feldhase", veranstaltet das Kulturreferat der Stadt Nürnberg an einem Wochenende im August ein gehobenes Kulturprogramm zu Ehren des bekanntesten Nürnberger Künstlers.
Im Dürer-Haus selbst finden zu diesem Anlass jährlich Vorträge renommierter Fachgelehrter aus dem In- und Ausland statt.
| 10.00 Uhr |
Dr. Michael Roth, Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz Berlin, Kupferstichkabinett Dürers Mutter |
| 11.00 Uhr |
Bianca Bocatius M.A., Düsseldorf Die Rezeption der Landschaftsaquarelle im druckgrafischen Werk Dürers |
| 12.00 Uhr | Mittagspause |
| 14.00 Uhr |
Prof. Dr. Ulrich Kuder, Christian-Albrechts-Universität Kiel, Kunsthistorisches Institut Dürers "Hieronymus im Gehäus" |
| 15.00 Uhr |
Birgit Münch M.A., Universität Trier, Kunsthistorisches Institut Der Mediziner im Setzkasten. Ulrich Pinder als Auftraggeber der Dürer-Werkstatt |
| 16.00 Uhr |
Dr. Hartmut Scholz, Freiburg, Forschungszentrum "Corpus Vitrearum" Albrecht Dürer und das Mosesfenster in St. Jakob in Straubing. Zur Neubewertung eines Meisterwerks Nürnberger Glasmalerei um 1500 |
| 17.00 Uhr |
Karoline Feulner M.A., Universität Mainz, Kunsthistorisches Institut Holzfaserplatten, Gummibänder oder Blei. Die Rezeption Albrecht Dürers durch Joseph Beys, Sigmar Polke und Anselm Kiefer |
Weitere Informationen zu den Inhalten der Vorträge und zu den einzelnen Referentinnen und Referenten erhalten Sie auf der speziellen Internetseite:
Albrecht-Dürer-Stadt Nürnberg: Vorträge im Albrecht-Dürer-Haus 2006
<http://www.kubiss.de/kulturreferat/duerer/wochenende.htm>

17. November 2006 bis 4. März 2007
Der Südtiroler Künstler Reinhard Ploner (geb. 1945 in Aldein) hat sich im Jahr 2004 auf den Weg gemacht, Albrecht Dürers beide Italienreisen (1494/95 und 1506/07) nachzuvollziehen, die für diesen einst von höchster Bedeutung für die künstlerische Entwicklung waren.
Nürnberg, Innsbruck, Klausen, Trient, die Burg von Segonzano und Arco hat Ploner neu erfasst. Aber nicht nur die Standorte interessieren den modernen Künstler, auch Motive wie Mühlen, Steinbrüche, Bäume und besonders Blumen, wie sie Dürer gestaltet hat, werden neu entdeckt. Reinhard Ploners Aquarelle sind voller Leuchtkraft; Farbspiele und Lichteffekte - erzeugt mit breitem Pinselstrich - geben ihnen ihren besonderen Reiz.