
Vortrag von Hans-Christian Täubrich
Einen gemeinsamen Blick auf die schmerzliche Vergangenheit in den Jahren der deutschen Okkupation sowie des Zweiten Weltkriegs zu entwickeln, ist für die politische Zusammenarbeit Deutschlands mit den Nachbarländern Frankreich und Polen eine wichtige Voraussetzung. Der Umgang mit der Geschichte bildet eines der wesentlichen Fundamente für das Zusammenwachsen dieser Länder und das aktive politische Gestalten einer europäischen Zukunft.
2010 und 2011 unternahmen Mitarbeiter des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände Fahrten nach Polen und Frankreich. Dabei wurden unter anderem die Gedenkstätten in Auschwitz und Majdanek sowie Natzweiler-Struthof und Oradour besucht. Hans-Christian Täubrich, Leiter des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände, stellt Erfahrungen, Denkanstöße und Perspektiven einer gemeinsamen europäischen Erinnerungsarbeit vor.
Eintritt frei

aus dem Roman "Die Wohlgesinnten" von Jonathan Littell
Lesung: Maximilian Löwenstein; Regie: Albert Meisl; Dramaturgie: Julia Engelmayer
Kaum ein Roman hat in den letzten Jahren international derart die Gemüter erhitzt wie das tausend Seiten starke Debüt des französischen Autors Jonathan Littell. Während die einen von einem Meilenstein der literarischen Aufarbeitung des Zweiten Weltkriegs sprechen, verdammen andere insbesondere dessen detailreiche Schilderungen. Denn der fiktive Lebensbericht eines hohen SS-Offiziers schildert den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust aus der Täterperspektive. Geprägt von Kriegsethos und Untergangsvision führt die Erzählung schließlich zu der Frage, wie viel Verantwortung der einzelne Mensch im Krieg hat. Und ob es neben dem Recht auf Leben nicht auch das Recht, nicht töten zu müssen, geben soll.

Ausstellungsgespräch mit Mitarbeitern des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände
In einem geführten Rundgang durch die Dauerausstellung "Faszination und Gewalt" im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände erörtern Mitarbeiter des Dokumentationszentrums das Ausstellungskonzept des vor zehn Jahren eröffneten Hauses. Dabei erfahren die Teilnehmer mehr über Entscheidungsprozesse, den Betrieb eines derartigen Hauses sowie Fragen zu Gestaltung und Architektur.
Eintritt: 7 EUR

Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände möchte in einer neuen Veranstaltungsreihe die Diskussion um die Zukunft des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes auch im Jahr 2012 fortsetzen:
Vortrag von Prof. Dr. Detlef Hoffmann
Das ehemalige Gelände der Reichsparteitage und seine künftige Nutzung zwingen die Stadt Nürnberg bis heute zu einer Auseinandersetzung mit ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit. Als der Innenhof der Kongresshalle ein Parkplatz für LKWs war, schien er einer angemessenen Funktion zugeführt worden zu sein. Einerseits wurde damit der Monstrosität Rechnung getragen, andererseits konnte seine Nutzung erhalten werden. So zeigt sich Spannung zwischen zwei Prinzipien: Das Gelände muss als Zeugnis für eine verbrecherische Vergangenheit erhalten werden, diese Erhaltung darf jedoch nicht zu aufwendig sein, weder finanziell noch räumlich. Der Vortrag von Detlef Hoffmann, Kunsthistoriker und Ausstellungskurator aus München, beschreibt die Problematik und bietet Lösungsvorschläge.
Eintritt frei