
Soweit nicht anders angegeben kostet der Eintritt für eine Lesung oder einen Vortrag jeweils 5,00 EUR, ermäßigt 3,50 EUR.
Nürnberg-Paß-Inhaber erhalten bei allen eigenen Veranstaltungen des Dokumentationszentrums 50% Ermäßigung auf den regulären Eintrittspreis.
Der Vorverkauf beginnt jeweils 14 Tage vor der Veranstaltung an der Kasse des Dokumentationszentrums.
Reservierungen für Platz- und Eintrittskarten können Sie unter der Telefonnummer (0911) 231 - 56 66 vornehmen.
Reservierte Karten müssen bis spätestens 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn an der Infotheke abgeholt werden, sonst gehen sie in den freien Verkauf an der Tageskasse.
Die Vorlage der Eintrittskarte zur Veranstaltung ermöglicht Ihnen einen einmaligen Besuch der Dauerausstellung "Faszination und Gewalt" zum Sonderpreis von 1,50 EUR am Tag der Veranstaltung.

Vortrag von Dr. Stephan Marks
Warum begeisterten sich Millionen von Menschen für Adolf Hitler? Was bewegte "ganz normale" Männer und Frauen dazu, sich in den diversen NS-Organisationen aktiv für das "Dritte Reich" zu engagieren? Wie funktionierten die Machtmechanismen des NS-Staates?
In einer Studie zeigte der Sozialwissenschaftler Stephan Marks anhand von Interviews mit noch lebenden ehemaligen Nationalsozialisten, dass der Nationalsozialismus seine Anhänger begeisterte, indem er nicht ihren Verstand sondern ihre Gefühle ansprach und sich ihre emotionale Bedürftigkeit zunutze machte. In seinem Vortrag stellt der Autor eines seiner Forschungsergebnisse vor. Das Beunruhigende an seiner Erkenntnis ist: All dies kann auch heute noch instrumentalisiert werden.
Eintritt frei


Zeitzeugengespräch mit Josef Salomonovic und Samuel Brückner
Josef Salomonovic, geboren am 1. Juli 1938 in Mährisch-Ostrau, Tschechien, wurde mit seiner Familie 1941 in das Ghetto Litzmannstadt deportiert, kam in verschiedene Konzentrationslager und war zuletzt im Außenlager Dresden des KZ Flossenbürg. 1945 konnte er mit Mutter und Bruder auf einem Todesmarsch durch Böhmen fliehen. Er war einer der jüngsten Häftlinge des KZ Flossenbürg.
Samuel Brückner, geboren am 24. April 1925 in Köln, kam 1944 vom Außenlager Wieliczka des Konzentrationslagers Plaszow/Polen in das KZ Flossenbürg, wo er im Messerschmidt-Werk sowie im Außenlager Hersbruck Zwangsarbeit leisten musste. Am 16. April 1945 wurde er als einer der ersten im Lager auf einen so genannten Todesmarsch geschickt, am 23. April wurde er bei Stamsried befreit. Heute lebt Samuel Brückner in Tel Aviv.
Dr. Alexander Schmidt, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Dokumentationszentrums, führt in das Gespräch ein.
Eintritt frei

Vortrag von Herbert May M.A.
Über 13 Millionen ausländische Männer, Frauen und Kinder mussten zwischen 1939 und 1945 im Deutschen Reich und in dem von Hitler-Deutschland besetzten Europa Arbeitseinsatz leisten. Mehrere hunderttausend Zwangsarbeiter waren auch in Franken beschäftigt, darunter ein Großteil in der Landwirtschaft. Selbst wenn der Einsatz auf Bauernhöfen eine größere Überlebensperspektive bot als die Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie, so waren auch die ausländischen Landarbeiter beim geringsten Fehlverhalten einer brutalen und gnadenlosen Repression durch die Nationalsozialisten ausgesetzt.
Der Vortrag von Herbert May, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Fränkischen Freilandmuseums Bad Windsheim, wirft Schlaglichter auf den Lebens- und Arbeitsalltag der Zwangsarbeiter auf den Bauernhöfen in Franken. Der Blick geht aber auch noch über das Jahr 1945 hinaus und spürt Biographien von ehemaligen Zwangsarbeitern nach, die dauerhaft in Franken geblieben sind.
Eintritt frei

Szenische Lesung mit Dr. Rochus Castner und Dietrich von Heckel
Schärfer noch als in "Mein Kampf" entwirft Hitler in seinem 1928 diktierten Manuskript (1961 vom Institut für Zeitgeschichte München kommentiert herausgegeben) seine maßlose Außenpolitik mit dem Ziel der Gewinnung von Lebensraum im Osten für die "arische Herrenrasse".
Rochus Castner, Pädagoge und Referent für politische Bildung, und Dietrich von Heckel, Oberstudiendirektor, zeigen in ihrer szenischen Lesung auf, wie Hitler mit seinen Attacken gegen "dünkelhaftes Bürgertum", "lasterhaften Pazifismus", "internationales Judentum" sowie die demokratische Regierungsform ein eigenes Weltbild zimmert, in dem ein Leben und eine Politik ohne Krieg ihren Sinn verfehlen.
Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Bildungszentrum der Stadt Nürnberg statt.
Eintritt: 7,00 EUR, 6,00 EUR ermäßigt.