
Nürnberg war für die nationalsozialistische Bewegung schon in der Weimarer Republik ein "Traditionsort".
1923 hatte sie sich hier mit anderen rechtsextremen Gruppen zum "Deutschen Tag" getroffen. 1927 und 1929 hielten die Nationalsozialisten ihre so genannten Reichsparteitage zum ersten Mal im Luitpoldhain ab. Vor der 1929 fertig gestellten Ehrenhalle für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs gedachten sie der getöteten Anhänger der NS-Bewegung.
1933 bestimmten die Nationalsozialisten Nürnberg zur "Stadt der Reichsparteitage". Sie konstruierten eine ideelle Verbindung zwischen der NS-Bewegung und der großen Vergangenheit der Reichsstadt Nürnberg, dem Ort der alten Kaiserherrlichkeit und der mittelalterlichen Reichstage.

Bis 1938 fanden alljährlich im September die Reichsparteitage der NSDAP statt. Die Veranstaltungen dauerten eine ganze Woche und brachten bis zu eine Million Menschen aus Deutschland nach Nürnberg. Im Mittelpunkt standen zahlreiche Appelle vor Adolf Hitler sowie Aufmärsche und Paraden aller bedeutenden Organisationen des NS-Staates auf dem Reichsparteitagsgelände und in der Altstadt.
Während des Reichsparteitages 1935 verkündeten die NS-Machthaber die antisemitischen "Nürnberger Gesetze": Sie stellten einen entscheidenden Schritt auf dem Weg der Verfolgung der Juden dar, der mit dem Holocaust endete.