
Den vertiefenden Themengesprächen geht ein eigenständiger Ausstellungsbesuch voraus (empfohlene Besuchsdauer ca. 2 Stunden). Sie ermöglichen durch ihre längere Dauer neben der Seminararbeit im Studienforum einen erneuten kurzen gemeinsamen Gang durch die Ausstellung oder zur Architektur vor Ort, wo einzelne Aspekte nochmals vertieft werden.
Sie können beim vertiefenden Themengespräch unter folgenden Schwerpunkten auswählen:

Der Nationalsozialismus sah in der Jugend den wichtigsten Träger seiner Zukunftsgestaltung. Nur wenigen jungen Menschen gelang es, sich der Vereinnahmung zu entziehen.
Mit Filmausschnitten, Tondokumenten und Fotos wird die Rolle Jugendlicher bei den Reichsparteitagen, ihre Motivation zum Mitmachen, aber auch der jugendliche Widerstand am Beispiel der "Weißen Rose" thematisiert.

"(...) dass nach dem gleichen Maß, mit dem wir die Angeklagten heute messen, auch wir morgen von der Geschichte gemessen werden (...)", - dies prophezeite der amerikanische Chefankläger Robert Jackson beim Nürnberger Prozess 1945. Doch mehr als ein halbes Jahrhundert verging, ehe am 1. Juli 2002 tatsächlich ein Internationaler Strafgerichtshof für Kriegs- und Menschenrechtsverbrechen in Den Haag geschaffen wurde, bei dem ausgerechnet die USA abseits stehen.
Wir schlagen den Bogen vom Nürnberger "Jahrhundertprozess" bis zum heutigen Strafgerichtshof und diskutieren, warum dieser notwendig ist, was er leisten kann und was nicht von ihm erwartet werden darf.
Dieses Thema kann auch in englischer Sprache durchgeführt werden.

Welchen Erkenntniswert besitzen Realien, schriftliche Originaldokumente sowie visuelle und audiovisuelle Medien für den Historiker? Welche Bedeutung misst der Besucher den unterschiedlichen Exponaten zu? Welche Rolle spielen Ausstellungselemente in einer Geschichtserzählung? Die Teilnehmer erproben sowohl quellenanalytisch als auch kreativ den Aufgabenbereich eines Ausstellungsmachers: Zu unterschiedlichen Exponaten werden in Kleingruppen modellhaft Ausstellungseinheiten und Erläuterungstexte entworfen und gemeinsam deren Besuchertauglichkeit diskutiert. Über handlungsorientierte Methoden lassen sich so Erfahrungen mit Objektauswahlkriterien, Recherche und Darstellungsmethoden sammeln. Gemeinsam kommen wir über die Darstellung von NS-Geschichte ins Gespräch und analysieren dabei auch Ausstellungsbeispiele an anderen Lernorten.
Die Veranstaltung ist auch als Studientag buchbar.

Weltweit lösten die Verbrechen des Nationalsozialismus Entsetzen aus. Eine weltweite Antwort darauf wollte schon 1948 die "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" geben. Mit ihr wurden neue moralische, politische und rechtliche Grundlagen für staatliches Handeln formuliert, die im Studienforum gemeinsam erarbeitet werden. Mit den Menschenrechtspakten haben erstmals in der Geschichte auch einzelne Menschen weltweit anerkannte Rechte. Regierungen können ihre Bürger nicht mehr behandeln, wie es ihnen gefällt. Wie wir aber wissen, ist es damit nicht getan. Daher müssen wir auch der Frage nachgehen, in wie weit die Hoffnungen von damals sich erfüllt und welche Bedeutung die Menschenrechte für die Politik heute haben.
Dieses Thema kann auch in englischer Sprache durchgeführt werden.