
Nach einem eigenständigen Besuch der Ausstellung (empfohlene Dauer ca. 2 Stunden) finden im Kinoraum des Dokumentationszentrums zunächst eine inhaltliche Einführung und die Verteilung von Arbeitsaufgaben statt. Im Anschluss an die Filmvorführung wird der Film in einer moderierten Diskussion besprochen und in den jeweiligen historischen Kontext gestellt.

(D 1934, 104 Min., Regie: Leni Riefenstahl)
"Triumph des Willens", der Propagandafilm der NS-Zeit, in dem Leni Riefenstahl die Ereignisse des Nürnberger Reichsparteitags 1934 künstlerisch verdichtet, wurde damals in ganz Deutschland in der Absicht gezeigt, die Massen für das Regime zu begeistern. Er ist ein so genannter Vorbehaltsfilm und darf heute in Deutschland nur mit einer wissenschaftlichen Kommentierung gezeigt werden. In einer gemeinsamen Diskussion werden daher Machart und Bildwirkung des Films analysiert und die Frage nach der Berechtigung des bestehenden Vorbehalts gestellt.

(USA 1940, 124 Min.; Regie: Charles Chaplin; Mit: Charles Chaplin, Paulette Goddard, Jack Oakie u.a.)
Während mit dem deutschen Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg beginnt, dreht Charlie Chaplin einen Film, der Adolf Hitler und seine Diktatur auf groteske Art karikiert. Nicht selten fühlt man sich - nicht von ungefähr - an die Nürnberger Reichsparteitage erinnert.
Im gemeinsamen Gespräch wird daher untersucht, wie Chaplin den Größenwahn und die propagandistische Selbstdarstellung der Nationalsozialisten auf satirische Weise lächerlich macht. Beispielhaft wird dies u.a. an der Demontage unterschiedlicher Rituale, Symbole und Namen deutlich.

(D 2001, 105 Min.; Regie: Joseph Vilsmeier; Mit: Michael Degen, Franziska Petri, Suzanne von Borsody, Alexandra Maria Lara, Axel Milberg, Nina Hoger, Andrea Sawatzki, Dietmar Schönherr, Jürgen Schornagel, Kai Wiesinger u.a.)
Der Spielfilm basiert auf dem wahren Schicksal Leo Katzenbergers, der in den 1930er Jahren ein bekannter Schuhfabrikant und Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde in Nürnberg war. Katzenberger wurde von Nachbarn der "Rassenschande" bezichtigt, daraufhin aufgrund der Nürnberger Gesetze verhaftet und in einem bespiellosen Schauprozess im Nürnberger Justizpalast zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Im gemeinsamen Gespräch wird der Umgang des Regisseurs Joseph Vilsmaier mit der historischen Vorlage untersucht und die Trennlinie zwischen Fiktion und historischer Realität ausgelotet.

(D 1959, 98 Min., Regie: Bernhard Wicki; Mit: Fritz Wepper, Michael Hinz, Volker Lechtenbrink, Cordula Trantow, Günther Pfitzmann, Vicco von Bülow u.a.)
Sieben minderjährige Jugendliche erhalten in den letzten Kriegstagen 1945 den Befehl, eine Brücke gegen die anrückenden Amerikaner zu verteidigen. Mit patriotischem Enthusiasmus und Begeisterung glauben sie, ihren Auftrag erfüllen zu müssen. Erst als einer nach dem anderen bei der Verteidigung der Brücke sein Leben lässt, werden die Sinnlosigkeit des Befehls und der Missbrauch der jungen Menschen offenkundig.
Im gemeinsamen Gespräch kann der Film vor allem Jugendliche dazu anregen, sich mit der Ideologie des Nationalsozialismus, der Faszination des Militärischen und dem Phänomen des Krieges auseinander zu setzen.

(D 2005, 60 Min.; Regie: Robert Krieg und Monika Nolte)
Mehrere hunderttausend Menschen fielen den nationalsozialistischen Psychiatrieverbrechen im Zeichen der "Rassenhygiene" und der "Vernichtung unwerten Lebens" zum Opfer. Was 1934 mit massenhaften Zwangssterilisationen begann, endete seit 1939 für viele mit der Ermordung in der sogenannten "Euthanasie". "Lebensunwert" zeichnet an der Biographie Paul Brunes eindringlich die Geschichte der NS-Psychiatrie und ihre Kontinuitäten bis in die Gegenwart hinein nach.
In der anschließenden Gesprächsrunde wird das Schicksal Paul Brunes diskutiert und in den Kontext der anhaltenden Bioethik-Debatte gestellt.