museen der stadt nürnberg

Die aktuellen und künftigen Ausstellungen des Jahres 2010 im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände.

Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände

Ausstellungen

Die ehemalige THW-Halle steht seit 2005 dauerhaft als Ausstellungsfläche zur Verfügung.

Im Jahr 2010 finden im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände folgende aktuellen und künftigen Ausstellungen statt:

Innenraum der Synagoge von Urspringen nach der Renovierung, 2003.
© Herbert Liedel/ Helmut Dollhopf

Jerusalem lag in Franken - Eine fotografische Spurensuche

15. Januar bis 28. März 2010

Von der frühen Neuzeit bis zur Reichsgründung 1870 konnte sich jüdisches Leben in Deutschland nur beschränkt entfalten. Ursache dafür war die traditionelle christliche Judenfeindschaft (christlicher Antijudaismus), die sich mit der Modernisierung Mitte des 19. Jahrhunderts in den modernen Rassenantisemitismus transformierte. Die Nationalsozialisten knüpften daran an und vernichteten jüdisches Leben vielerorts von 1933 bis 1945 fast vollständig.

Wo es jüdisches Leben gab - so beispielsweise in Franken, einer Region mit zahlreichen jüdischen Gemeinden vor allem auf dem Land - fand es auch in der Einrichtung von eigenen Friedhöfen und Synagogen seinen Ausdruck.

Die Fotoausstellung "Jerusalem lag in Franken" des Fotografenteams Herbert Liedel und Helmut Dollhopf aus Nürnberg dokumentiert die Geschichte jüdischer Gotteshäuser in den fränkischen Landgemeinden. Sie vergleichen den Zustand der Synagogen vor 25 Jahren mit dem jetzigen Erscheinungsbild. Leitmotiv der Werke ist die Spurensuche und Bewahrung. Anliegen der Fotografen ist es, mit dem Mittel der Fotografie Geschichtsbewusstsein zu erzeugen und die Erinnerung an den Holocaust wach zu halten.

Ausstellungseröffnung mit einem Vortrag von Rudolf Maria Bergmann, Journalist und Publizist aus Eichstätt/ Wien, am Donnerstag, 14. Januar 2010, 19 Uhr, Eintritt frei.

Torbau des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau, 2007.
© museen der stadt nürnberg.

Bahnjahr 2010 - "Das Gleis"

Eine Ausstellung des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände und des Panstwowe Muzeum Auschwitz-Birkenau

Als offiziellen Beitrag zum 175. Jubiläum der deutschen Eisenbahn zeigt das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände ab Sommer 2010 die Ausstellung "Das Gleis". Damit soll der Blickwinkel auf das folgenschwerste Kapitel deutscher Eisenbahngeschichte gelenkt werden. Das Projekt selbst wird in einer bislang einzigartigen Kooperation mit der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, Polen, durchgeführt.

Der Vernichtungskrieg im Osten ermöglichte es den Nationalsozialisten, weitab vom Deutschen Reich ihre mörderische Rassenpolitik an fabrikmäßigen Vernichtungsstätten in die Tat umzusetzen, die durch das Transportsystem Eisenbahn erschlossen wurden. Die Schienen an der Rampe des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau, über die Züge Hunderttausende Menschen zur Endstation ihres Lebens brachten, gelten heute als das Symbol schlechthin für die Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten.

Nürnberg und Auschwitz - die Stadt, in der 1935 die "Rassengesetze" verkündet wurden und das topografische Sinnbild für den Holocaust - sind durch ein Schienennetz verbunden, über das die Deportationszüge aus fast ganz Europa rollten. Sie sind Ausgangs- und Zielort für die Erinnerung. Metapher hierfür soll eine Gleisinstallation im Dokumentationszentrum sein, deren imaginäre Schienen direkt auf den projizierten Torbau von Auschwitz-Birkenau treffen. Aktuelle Bilder einer Direktübertragung aus der Gedenkstätte in Polen bringen heute eine Entfernung zum Verschwinden, die im "Dritten Reich" der Verschleierung des Mordens diente.

Neben der Gleisinstallation wird in ausgesuchten Ausstellungseinheiten die Rolle der Eisenbahn im Holocaust erklärt. Ein ausgewähltes Begleitprogramm an Filmen, Vorträgen, Diskussionen und Führungen ergänzt die Installation. Ebenfalls wichtiger Bestandteil der deutsch-polnischen Kooperation ist ein geplanter Austausch von Multiplikatoren zur Intensivierung einer gemeinsamen Geschichtsarbeit.

Weitere Informationen:
externer Link Bahnjahr 2010
<http://www.bahnjahr2010.de>

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